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EMILIO ALZAMORA ERKLÄRT, WIE MAN MARC MÄRKES BESIEGT

27 May·

🇬🇧

Emilio Alzamora, der MotoGP-Talent-Scout, der Marc Marquez bereits entdeckte, als der Spanier erst 12 Jahre alt war, ist überzeugt, dass der Schlüssel zum Bezwingen des siebenfachen Weltmeisters darin liegt, zu verstehen, was ihn antreibt – und was passiert, wenn dieser Antrieb in Übermaß umschlägt. Alzamora verwies auf Marquez’ Dominanz über komplette Saisons und bezeichnete ihn als „einen der härtesten Fahrer, die man über den Verlauf einer ganzen Saison schlagen kann“. Zudem hob er Marquez’ ungewöhnliche Bilanz als Teamkollege hervor, seit Marquez 2013 in die MotoGP kam: Er habe „noch nie einen Teamkollegen im direkten Duell verloren“. Als besonderes Beispiel nannte Alzamora die Saison 2015: „Berühmt ist sie als die einzige Saison des Motorrad-Grand-Prix-Rennsports, in der Marquez einen Titelkampf verloren hat, ohne dass externe Faktoren hinzukamen.“

In den letzten Jahren sieht Alzamora jedoch Marquez’ größte Schwachstelle eher in sich selbst. Seiner Ansicht nach kann Marquez’ aggressives Mindset ihn über das hinaus treiben, was das Motorrad konstant liefern kann – was zu Fehlern führt. Auf Marquez’ fehlende gleichmäßige Konstanz angesprochen, sagte Alzamora: „Marquez suchte nicht immer Konstanz, aber er ist ein großartiger Champion, und sein Mindset war darauf ausgerichtet, zu gewinnen.“ Diese Herangehensweise könne Probleme erzeugen: „Das führte dazu, dass er Fehler machte, die er nicht gemacht hätte, wenn er entspannter gewesen wäre.“ Gleichzeitig betonte Alzamora, dass die Ergebnisse das Risiko rechtfertigen: „Wenn man die Titel, die er mit dieser Entschlossenheit gewonnen hat, gegeneinander abwägt, denke ich, dass er es gut gemacht hat“, sagte er – und schloss mit einer klaren Prioritäten-Ansage: „Seine Strategie hat funktioniert. Am Ende zählt das Ergebnis.“

Daraus leitete Alzamora eine praktische Lehre für Fahrer ab, die nicht über Marquez’ rohes Leistungspotenzial verfügen: „Wenn du nicht das Talent eines Marquez oder eines Rossi hast, musst du konstanter sein.“ Warum Konstanz zur entscheidenden „Karte“ wird, erklärte er mit eigener Erfahrung: „Zurück im Jahr ’99 wusste ich, dass ich stark bin, aber ich hatte meine Schwächen beim Bike, bei der reinen Geschwindigkeit, und ich wusste, dass Konstanz die Karte war, mit der ich gewinnen konnte.“

Alzamora nutzte das Interview außerdem, um über die nächste Generation von Fahrern zu sprechen, mit denen er arbeitet. Er betreut derzeit Guido Pini, den 18-Jährigen in der Moto3, und zeigte sich zuversichtlich über die Zukunft von Pedro Acosta, obwohl er nicht direkt mit ihm gearbeitet hat. „Ich habe nicht mit ihm gearbeitet, aber er ist ein Fahrer mit sehr vielen Qualitäten“, sagte Alzamora. „Er wird auf jeden Fall ein zukünftiger MotoGP-Champion mit Ducati sein“, fügte er hinzu.

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