LCR-Chef gibt ersten Zarco-Update nach Catalunya-Startunfall
17 May·

Beim Großen Preis von Katalonien kam es am Sonntag zu einem schweren Unfallpaket, das sowohl die Rennplanung als auch mehrere Fahrer medizinisch beschäftigte. Der Vorfall begann auf der 12. Runde von 24: Pedro Acosta hatte offenbar ein technisches Problem, wodurch es auf der Strecke zu einer Kollision mit Alex Marquez kam. Marquez, der den Sprint gewonnen hatte, wurde durch den Aufprall so stark aus der Linie gedrückt, dass er quer über die Strecke geriet und anschließend mit hoher Geschwindigkeit stürzte.
Alex Marquez wurde zunächst direkt am Streckenrand behandelt und danach ins Krankenhaus gebracht, um weitere Untersuchungen durchzuführen. Der Rennstall Gresini Ducati veröffentlichte später eine konkrete medizinische Einschätzung: Marquez habe sich eine Fraktur am rechten Schlüsselbein zugezogen, die noch am Abend operiert werden soll. Zusätzlich liege eine „marginale“ Fraktur an der C7-Wirbelregion vor, die in den kommenden Tagen weiter bewertet werden soll. Am Abend meldete sich Marquez selbst über Social Media und schrieb sinngemäß, dass „alles unter Kontrolle“ sei. Er kündigte an, dass er sich der Operation in dieser Nacht unterziehen werde, und betonte, dass er sich in guten Händen befinde.
Der Unfall hatte zudem Folgen für weitere Fahrer: Trümmer vom beschädigten Motorrad von Marquez trafen unter anderem Fabio di Giannantonio, Johann Zarco und Raul Fernandez. Während di Giannantonio trotz einer Handverletzung das zweite Restart-Rennen gewann, wurde Zarco im weiteren Verlauf selbst erneut in einen Zwischenfall verwickelt.
Nach dem ersten Rot-Flaggen-Abschnitt wurde das Rennen wieder aufgenommen. Beim Restart kam es an der Startphase in Kurve 1 zu einer Kollision: Johann Zarco prallte dort mit Luca Marini und Pecco Bagnaia zusammen und geriet anschließend mit einem weiteren Motorrad in eine Verwicklung. Auch dieser Zwischenfall führte erneut zu einer Unterbrechung (erneutes Rot-Flaggen). Zarco erhielt medizinische Hilfe und wurde für weitere Checks ins Krankenhaus gebracht.
LCR-Teamchef Lucio Cecchinello gab gegenüber TNT Sport den ersten Update zur Situation von Zarco. Er sagte, Zarco habe Schmerzen „im Bereich des Oberschenkelknochens“ (femur area) und zusätzlich Schmerzen rund um das Knie. Cecchinello stellte zugleich klar, dass es keine Anzeichen für eine Gehirnerschütterung gebe und dass keine Verletzungen im oberen Körperbereich sowie an den Füßen oder im Knöchelbereich vorlägen. Laut seiner Einschätzung wirke es so, als stünden die Schmerzen vor allem im Bereich des Oberschenkels im Vordergrund. Der Teamchef erklärte außerdem, dass Zarco vor dem Unfallwochenende eine starke Leistung gezeigt habe: Er habe am Freitag im Training Platz fünf erreicht, in der Qualifikation ebenfalls Fünfter und im Sprint ebenfalls Fünfter werden können; im Rennen/Restart-Umfeld lag er zu diesem Zeitpunkt in den Top sechs.
Neben den medizinischen Aspekten wurde auch der sportliche Prozess rund um den Vorfall angesprochen: In einem Dokument der FIM-Stewards ist vermerkt, dass Zarco zu einer Anhörung erscheinen muss. Diese soll jedoch erst stattfinden, wenn er nach den medizinischen Untersuchungen verfügbar ist.
Insgesamt zeigt der Katalonien-Sonntag damit ein Bild, in dem ein technischer Zwischenfall von Acosta eine Kettenreaktion auslöste: Marquez’ schwerer Sturz, die anschließenden Trümmerfolgen für mehrere Fahrer und schließlich Zarcos eigener Unfall beim Restart. Während di Giannantonio das zweite Restart-Rennen trotz Handverletzung für sich entschied, standen für Marquez und Zarco zunächst die medizinischen Untersuchungen und Behandlungen im Mittelpunkt. Für Marquez ist die Operation am rechten Schlüsselbein vorgesehen, während bei Zarco ein MRI und weitere Scans geplant sind, um die Ursache der Schmerzen im linken Beinbereich genauer zu bestimmen.