Skip to content
64°

JORGE MARTIN ERKLÄRT VIER STÜRZE IN ZWEI TAGEN BEIM CATALAN-GP

16 May·

🇬🇧

Jorge Martin hat den turbulenten Auftakt zum Catalan Grand Prix in Barcelona erklärt, nachdem er innerhalb von nur zwei Tagen gleich viermal gestürzt war. Der 2024er MotoGP-Weltmeister bleibt trotz der Rückschläge zuversichtlich und betont, dass es für die einzelnen Stürze keine einzige gemeinsame Ursache gegeben habe – vielmehr seien es jeweils unterschiedliche Faktoren gewesen.

Eine Woche nach seinen dominanten Doppel-Siegen in Frankreich kam Martin in Katalonien nicht in den gleichen Rhythmus. In den freien Trainings am Freitag passierte ihm der erste Rückschlag bereits früh: In FP1 stürzte er zum ersten Mal, zog sich dabei eine Gehirnerschütterung (Concussion) zu und musste anschließend zur medizinischen Abklärung ins Medical Centre. Trotz dieser Situation konnte er sich offenbar wieder stabilisieren und am selben Tag noch wichtige Schritte machen.

In der Qualifikation zeigte Martin dann erneut, dass er das Tempo grundsätzlich abrufen kann. In Q1 gelang ihm ein starker Rundenzeit-Ansatz, doch nur kurze Zeit später kam es zum nächsten Sturz: Er crashte an Turn 5 und beschädigte dabei erneut sein Motorrad. Im weiteren Verlauf schaffte er es dennoch in Q2 und qualifizierte sich schließlich auf dem neunten Startplatz.

Auch am Samstag im Sprint blieb das Pech nicht aus. Martin arbeitete sich in der Anfangsphase nach vorne und lag nach eigenen Angaben zeitweise auf Rang sechs, als er auf Lap 3 erneut stürzte und damit den Lauf erneut unterbrach. Insgesamt summieren sich damit die vier Stürze über das Wochenende hinweg auf – zwei in den Trainings, einer in Q1 sowie der weitere im Sprint.

Martin übernimmt dabei einen großen Teil der Verantwortung. Er sagt, dass hinter einem Sturz in der Regel „immer ein menschlicher Fehler“ stecke – in 99 Prozent der Fälle. Gleichzeitig versucht er, die Ursachen für die einzelnen Vorfälle aufzuschlüsseln: Beim ersten Crash nennt er „cold tyre“ als Faktor, also kalte Reifen. Beim zweiten Sturz führt er ebenfalls kalte Reifen an. Beim dritten Crash habe er „wie verrückt“ gepusht und sei dabei offenbar auf den Dirt-Bereich geraten, was die Situation zusätzlich verschärft habe. Für den Sprint nennt er hingegen konkrete Details, die er noch nicht vollständig einordnen kann: Er vermutet, dass er in Kurve 10 möglicherweise „zu viel“ gemacht habe und deshalb früherer Bremszeitpunkt nötig sein könnte.

Trotz der Verletzungen stellt Martin klar, dass ihn die Stürze nicht daran hindern würden, am Sonntag zu fahren. Er spricht von kleinen Blessuren: Sein ganzer Körper sei von den Einschlägen „ein bisschen gequetscht“ (bruised), zudem gebe es ein paar Verstauchungen am Fuß. Das sei jedoch nichts, was ihn daran hindere, „in guter Weise“ zu reiten. Für ihn sei entscheidend, dass er sich auf das Rennen vorbereitet fühle.

Mit Blick auf die Startaufstellung geht Martin als Neunter in den Grand Prix. Sein Teamkollege Marco Bezzecchi liegt laut Bericht drei Plätze dahinter und war ebenfalls in der Qualifikation gestürzt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Aprilia im Teamverbund nicht komplett aus dem Rennen gefallen ist: Raul Fernandez führte in der Sprint-Phase zeitweise die Aprilia-Fraktion an und war in den Podiumsregionen unterwegs, bevor sich die Situation für Martin selbst erneut zuspitzte.

Martin sieht zudem, was möglich gewesen wäre, wenn er im Sprint nicht gestürzt wäre. Er glaubt, dass sein Potenzial für einen Podestplatz oder sogar den Kampf um den Sieg gereicht hätte. „Heute ist heute und es ist schon weg“, sagt er sinngemäß – dennoch bleibt er optimistisch.

Seine Zuversicht begründet er vor allem mit dem Gefühl auf dem Motorrad. Er betont, dass er sich am Renntag vorbereitet fühle und dass seine Pace stark sei. Selbst wenn er von weiter hinten starten müsse – er nennt dabei sogar die Möglichkeit, trotz eines Starts von 15. Position „selbstbewusst“ zu bleiben – sei für ihn das entscheidende Kriterium, ob er das Bike-Gefühl und die Vorbereitung als stimmig empfinde. Er hebt hervor, dass er sich in dieser Hinsicht gut fühle: „Ich fühle mich gut. Ich fühle, dass das Motorrad funktioniert.“

Für Sonntag kündigt Martin an, alles daranzusetzen, um einen „guten Tag“ zu erwischen und möglichst viele Punkte mitzunehmen. Damit steht der Catalan GP für ihn nach einem schwierigen Samstag vor allem unter dem Zeichen von Schadensbegrenzung – bei gleichzeitigem Glauben an die eigene Geschwindigkeit, sobald die Stürze ausbleiben.

View sources