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JORGE MARTIN FORDERT SICHERHEITSVERBESSERUNGEN IN BARCELONA NACH „GEFÄHRLICHEM“ STURZ

15 May·

🇬🇧

Jorge Martin hat nach einem „gefährlichen“ Sturz im Training zum Großen Preis von Katalonien Forderungen nach Sicherheitsverbesserungen am Circuit de Barcelona-Catalunya erhoben. Der 28-Jährige, der als amtierender MotoGP-Weltmeister (2024) gilt, stürzte in der Praxis am Turn 12 und zog sich dabei eine leichte Gehirnerschütterung zu.

Der Vorfall ereignete sich, als Martin in die rechte Kurve am Turn 12 geriet und die Maschine das Vorderrad verlor. Die Aprilia prallte anschließend gegen die Luftschutz-/Air-Fence-Barriere. Danach sprang das Motorrad zurück auf die Strecke, bevor es im Kies landete. Da an dieser Stelle nur begrenzter Auslauf vorhanden ist, kam Martin offenbar nicht schnell genug zum Stillstand, was den Aufprall begünstigte: Er traf laut Bericht das Frontverkleidungsteil und wirkte nach dem Sturz sichtbar mitgenommen.

Nach dem Unfall musste Martin das Medical Center aufsuchen. MotoGP-Teamarzt/ärztliche Instanz bestätigte später, dass er „leicht benommen“ (leicht konkus­siert) war. Zusätzlich wurden Prellungen am linken Unterarm festgestellt. Obwohl er im weiteren Verlauf des Tages zunächst nicht in vollem Umfang fahren konnte, gab es eine Freigabe, am Ende der Session an den Practice-Starts teilzunehmen. Martins Einschätzung blieb jedoch klar: Der Turn 12 sei ein Bereich, der dringend verbessert werden müsse.

In seinen Aussagen machte Martin vor allem den fehlenden bzw. zu kurzen Auslaufbereich zum Thema. Er forderte, dass der Run-off an Turn 12 erweitert werden sollte, um Stürze dort künftig besser abzufangen und die Aufprallenergie zu reduzieren. Der Spanier betonte, dass er die Stelle als besonders riskant empfinde und dass der Sturz ihn unmittelbar an ein früheres tödliches Unglück erinnerte.

Martin verwies dabei auf den Unfall des Moto2-Fahrers Luis Salom, der 2016 an derselben Ecke verunglückt war. „Ich denke, es ist wirklich gefährlich, dort zu crashen“, sagte Martin. Er erklärte, dass ihm beim Sturz sofort Salom in den Sinn gekommen sei. Er schilderte zudem, dass es „glücklicherweise“ so gewesen sei, dass die Maschine in Richtung der Verkleidung/der Barriere abgelenkt wurde und er nicht mit dem Kopfbereich oder mit anderen gefährlichen Teilen kollidierte. Für ihn sei es dennoch eine Stelle, an der man handeln müsse, weil sie „wirklich gefährlich“ sei.

Zum sportlichen Kontext des Sturzes erklärte Martin, dass er versucht habe, die Reifen aufzuwärmen, als er den Fehler machte. Er führte aus, dass er im Vergleich zur vorherigen Runde mehr Schräglage und mehr Bremsleistung eingesetzt habe. Gleichzeitig sagte er, er sei nicht im maximalen Push-Modus gewesen und habe sich „entspannt“ gefühlt. Als zusätzlicher Faktor kam hinzu, dass es am Morgen offenbar schwierig gewesen sei, die Temperatur in das Vorderrad zu bekommen. Am Abend habe es dagegen besser funktioniert: Dort sei er mit dem Medium-Reifen unterwegs gewesen, während es am Morgen „tough“ gewesen sei, die Temperatur aufzubauen. Wenn man nicht pushen könne, so Martins Logik, „warm up“ die Reifen nicht richtig – und das Problem verschärfe sich.

Neben dem Turn-12-Sturz gab es laut Bericht noch einen weiteren Sturz: Martin sei gegen Ende der Hauptsession auch am Turn 2 gestürzt. In der Folge lag er nach den Trainingszeiten auf Rang 17 und musste erstmals in dieser Saison in Q1. Damit wurde der Freitag für ihn nicht nur medizinisch, sondern auch sportlich anspruchsvoll.

Am Nachmittag nahm Martin erneut am Fahren teil und betonte, dass er keine anhaltenden Auswirkungen vom Vormittagscrash verspürt habe. Er erklärte, dass er sich insgesamt gut fühle und sich „glücklich“ schätze, dass im Morgen-Teil nichts Schlimmeres passiert sei. Er sagte außerdem, dass er nach dem zweiten Sturz zwar erneut Schmerzen in anderen Bereichen habe, aber die körperliche Verfassung für das Fahren grundsätzlich in Ordnung sei. Er kündigte an, dass die Situation später noch überprüft werde.

Während Martins Freitag von den Stürzen und den daraus resultierenden Konsequenzen geprägt war, zeigten die Berichte zugleich, dass andere Fahrer direkt in Q2 gelangten. Sowohl Teamkollege Marco Bezzecchi als auch Raul Fernández von Trackhouse schafften den direkten Sprung in Q2, während Martin aufgrund seiner Ergebnisse durch Q1 musste. Martins Sicherheitsappell bleibt jedoch der zentrale Punkt: Er will, dass der Circuit de Barcelona-Catalunya an Turn 12 mit mehr Auslauf ausgestattet wird, um das Risiko bei Stürzen zu senken – und um die Gefahr zu reduzieren, die er durch den Vergleich mit Saloms Unfall besonders deutlich machte.

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