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JORGE MARTIN: „MARCO BEZZECCHI UND ICH SIND KEINE FREUNDE, ABER AUCH KEINE FEINDE“

14 May·

🇬🇧

Jorge Martin hat Spekulationen über einen möglichen Bruch mit seinem Aprilia-Teamkollegen Marco Bezzecchi im Titelkampf um die MotoGP-WM 2026 zurückgewiesen. Nach den ersten fünf Saisonrennen liegen die beiden Aprilia-Piloten in der Gesamtwertung eng beieinander: Nur ein Punkt trennt sie als frühe Favoriten auf den Titel.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Entwicklung innerhalb des Aprilia-Teams. Bezzecchi galt vor Saisonbeginn als der erwartete Anführer nach einer starken Saison 2025: Er hatte 2025 den dritten Platz in der Gesamtwertung hinter Marc Marquez und Alex Marquez erreicht und drei Grand Prix gewonnen. Martins Rückkehr in die Form nach einer schwierigen ersten Aprilia-Saison im Vorjahr hat jedoch die Kräfteverhältnisse im Team spürbar verändert.

Beim französischen Grand Prix zeigte Martin seine bisher wettbewerbsstärkste Leistung seit seiner Titelkampagne 2024. Er gewann sowohl das Sprint-Rennen als auch den Grand Prix und setzte sich damit erstmals in dieser Saison gegen Bezzecchi durch. In der Aprilia-Garage habe es laut Bericht „nervöse Gesichter“ gegeben, als Martin den langjährigen Team- bzw. Streckenführer Bezzecchi zunehmend unter Druck setzte und schließlich an ihm vorbeiging.

Zusätzlich zur sportlichen Rivalität kommt eine weitere Spannungsebene hinzu: Martin steht laut Bericht am Saisonende vor einem Wechsel. Er soll Aprilia verlassen und zu Yamaha wechseln. Bezzecchi hingegen hat seine Zukunft bereits bei Aprilia fest zugesagt und wird als langfristiger Leistungsträger des Herstellers betrachtet. Gerade diese Konstellation nährt in der Öffentlichkeit die Frage, ob ein Titelkampf zwischen den beiden Fahrern das Teamgefüge belasten könnte.

Martin stellte jedoch klar, dass er keine Anzeichen für einen Konflikt innerhalb Aprilia wahrgenommen habe. Auf die Frage nach einer möglichen Strategie des Teams, die beiden Fahrer im Titelkampf gleich zu behandeln, sagte er, er habe dazu nichts Konkretes gehört und könne daher nicht zu diesem Punkt Stellung nehmen. Gleichzeitig betonte er die Beziehung zu Bezzecchi: „Marco und ich haben ein gutes Verhältnis. Es ist klar, dass wir keine Freunde, aber auch keine Feinde sind. Wir sind Teamkollegen und werden immer versuchen, einander zu helfen, die anderen Marken zu schlagen; das ist unser Ziel.“

Er verwies zudem darauf, dass es keinen Grund gebe, dass es zu einem „clash“ kommen müsse. „Ich verstehe mich gut mit Marco und es gibt keinen Grund, dass dieser angebliche ‚Zusammenstoß‘ eintritt. Es macht keinen Sinn, dass das passieren sollte.“ Martin unterstrich damit, dass er die Rivalität im sportlichen Rahmen sieht, ohne daraus eine persönliche Feindschaft abzuleiten.

Auch mit Blick auf die WM-Dynamik erklärte Martin, warum eine harmonische Zusammenarbeit im Aprilia-Boxenbereich wichtig sei. Er sagte, sie respektierten sich gegenseitig als Fahrer und vor allem als Teamkollegen. In einem hypothetischen Fall, in dem etwas passieren würde, das nicht passieren müsse, würde sich die Art der Zusammenarbeit zwischen den beiden Fahrern verändern. Das wäre aus seiner Sicht ein Verlust, der deutlich größer wäre als jeder mögliche Vorteil auf der Strecke, der aus einem internen Duell entstehen könnte.

Der Bericht ordnet Martins Aussagen zudem in den Kontext seiner Erfahrung ein: Martin habe bereits früher um die WM gekämpft und gewonnen, unter anderem in seiner Zeit bei Pramac Ducati. Bezzecchi wiederum war 2023 eher ein Außenseiter im Titelrennen, gewann aber damals drei Rennen für VR46. Mit Blick auf 2026 positionieren sich beide nun als zentrale Protagonisten für Aprilia – und Martins Botschaft zielt darauf ab, dass die interne Konkurrenz nicht zu einem Bruch führen soll, sondern als gemeinsamer Angriff auf die Konkurrenz verstanden wird.

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