MORBIDELLI: „ZUKUNFT? WENN TEMPO ZÄHLT, IST ES EIN DUELL ZWISCHEN MIR UND MARINI“
18 May·
Nach dem Grand Prix in Barcelona ging die MotoGP-Arbeit für mehrere Teams und Fahrer direkt am Montag weiter: Die Testtage sind in der Saisonphase ein entscheidender Bestandteil der Entwicklung, weil viele Hersteller ihre Entwicklungsarbeit an den Motorrädern bereits weitgehend abgeschlossen haben. In diesem Kontext sprachen Franco Morbidelli und Luca Marini über ihre Eindrücke aus dem Barcelona-Test und über die nächsten Schritte Richtung Mugello.
Franco Morbidelli, der mit Fabio Di Giannantonio fehlte, übernahm bei VR46 die Rolle des Fahrers, der die Arbeit in Barcelona fortsetzte. Laut GPone wirkte der Pertamina-Pilot nach dem Wochenende deutlich revitalisiert und zeigte sich vor allem mit dem Testfortschritt zufrieden. Morbidelli erklärte, dass man an den Grenzen gearbeitet habe, die in der ersten Saisonphase aufgefallen waren, und dass das Team die Probleme Schritt für Schritt besser verstehe. Er betonte dabei, dass die Arbeit inzwischen so gut laufe, dass man die eigenen Schwierigkeiten zeitweise kaum noch wahrnehme.
„Ich bin am Samstag in der ersten Reihe gestartet. Meine Probleme? Wir arbeiten so gut, dass wir sie manchmal nicht einmal bemerken“, sagte Morbidelli. Er hob hervor, dass man im Test Lösungen ausprobieren konnte, die am Rennwochenende zuvor nicht getestet werden konnten. Diese Experimente hätten ihm ein gutes Gefühl gegeben. Sein Ziel sei es nun, die Erkenntnisse auch in Mugello umzusetzen: „Ich hoffe, das, was wir hier gefunden haben, auch in Mugello funktioniert.“
Im Gespräch ging Morbidelli außerdem auf den Unterschied zwischen dem Startplatz und dem Ergebnis ein. Er beschrieb, dass die „Front-Row“-Qualifikation in Barcelona anders zu bewerten sei als das Podium in Jerez, weil in Jerez besondere Bedingungen geherrscht hätten. In Barcelona seien die Bedingungen am Samstag dagegen für alle gleich gewesen. Entscheidend sei nun, dass die im Test und über das Wochenende gezeigte Performance und Geschwindigkeit in den kommenden Rennen wieder abrufbar sind.
Auf die Frage nach einer möglichen „Battle“ um eine bestimmte Position verwies Morbidelli zunächst darauf, dass man darüber noch nicht gesprochen habe. Valentino Rossi habe die Situation als Wettbewerb zwischen Morbidelli, Bulega, Marini und Vietti eingeordnet. Morbidelli antwortete, dass er sich nicht in Details der Fahrer- und Marktfragen einmischen wolle, da er darauf keinen Einfluss habe. Was er beeinflussen könne, sei seine Arbeit auf der Strecke. Wenn es sich rein um Geschwindigkeit handele, sei er derzeit der schnellste, zumindest im Vergleich der MotoGP-Fahrer, wobei Luca Marini und andere in der Meisterschaftsreihenfolge aktuell anders liegen könnten. Morbidelli stellte damit die eigene Leistungsfähigkeit in den Mittelpunkt und verknüpfte sie mit dem Entwicklungsansatz des Teams.
Ein weiterer Punkt war die Zusammenarbeit mit Ducati. Morbidelli erklärte, dass Ducati in Barcelona „eine riesige Hilfe“ gewesen sei. Er konnte zwar nicht im Detail sagen, was genau Ducati geliefert oder verändert habe, betonte aber, dass die Ingenieure besonders beim Analysieren der Daten und beim Identifizieren der Ursachen am Motorrad geholfen hätten. Er sprach von einem „großen Schritt nach vorne“ und verband diesen Fortschritt direkt mit dem Ergebnis: „Ich war in der ersten Reihe am Samstag, und ich bin sehr glücklich.“
Auch Luca Marini zog am Montag in Barcelona eine Bilanz. Laut GPone war der Testtag besonders arbeitsintensiv, unter anderem weil das reguläre Fahrer-Setup durch die Abwesenheit von Johann Zarco beeinflusst war. Marini stand bis zum Ende des Vormittags auf Rang 13 und fasste zusammen, dass es ein „sehr produktiver Tag“ gewesen sei. Er sagte, man habe verschiedene Dinge ausprobiert – vor allem unter Berücksichtigung von Zarcos Abwesenheit – und dass er dabei auch Materialien getestet habe, die eigentlich für Zarco vorgesehen gewesen seien, um die Arbeit dennoch fortzuführen.
Marini zeigte sich zufrieden mit der Richtung der Entwicklung: Honda habe gute Ideen gehabt, und er sei glücklich, weil „gute Dinge in der Box“ gewesen seien. Er ging außerdem auf einzelne Komponenten ein: Den Auspuff habe er nicht getestet, weil dieser für Joan vorgesehen gewesen sei; später werde man das nachholen. Zur neuen Verkleidung sagte Marini, sie sei positiv gewesen. In den kommenden Stunden wolle man die Arbeit abschließen. Da die Hersteller laut Marini das Entwicklungsende der Bikes bereits erreicht hätten, liege der Fokus nun darauf, dass die Verbesserungen auch in Mugello funktionieren.
Neben der technischen Bilanz sprach Marini auch über seine Zukunft. Er betonte, dass es derzeit keinen exakten Termin gebe: „At the moment there is no precise date.“ Der Grund sei, dass bereits „90% des Grids“ praktisch feststehen. Es seien noch „3-4 Plätze“ offen, und alle warteten auf den richtigen Zeitpunkt. Damit bleibt die Entscheidung über die nächsten Schritte in seiner Karriere vorerst offen, während gleichzeitig die Testarbeit in Barcelona als Vorbereitung für die nächsten Rennen dient.