Skip to content
64°

MOTOGP-2027-PRÄSENTATION IN MIAMI GEPLANT

20 May·

🇮🇹

MotoGP soll 2027 in Miami mit einem hochkarätigen Auftritt präsent sein – allerdings nicht als Grand-Prix-Wochenende. Wie GPone berichtet, wird die Florida-Stadt die Präsentation der MotoGP-Saison 2027 ausrichten. Liberty Media, der neue Rechteinhaber der Serie, nutzt dieses Format als ersten Schritt, um die Präsenz in den USA deutlich zu stärken.

Das Saison-Launch-Format wurde bereits in anderen Märkten getestet. Vor zwei Jahren startete die Initiative mit Bangkok als Austragungsort. 2026 übernahm Kuala Lumpur, wo ein neues Street-Exhibition-Rennen durch die Straßen der Stadt führte. Für den nächsten Schritt entschied man sich, von Asien wegzugehen und in die USA zu wechseln – ein Markt, in dem MotoGP bislang Schwierigkeiten hatte, sich dauerhaft zu etablieren.

GPone verweist auf frühere Erfahrungen in den USA, um die Herausforderung zu erklären. Laguna Seca habe zwar vernünftige Zuschauerzahlen angezogen, aber nicht in der Größenordnung der größten europäischen MotoGP-Events. Indianapolis, Austragungsort von Rennen zwischen 2008 und 2015, werde oft mit „verlassen wirkenden“ Tribünen in Verbindung gebracht. Austin, der aktuelle US-Austragungsort, wird als erstklassige Anlage nahe der Stadt beschrieben, auch die Strecke selbst wird gelobt – doch die Tribünen seien nie wirklich voll gewesen.

Liberty Medias übergeordnetes Ziel entspricht dem Ansatz, den der Konzern auch in der Formel 1 verfolgt: die Popularität des Sports in den USA steigern. GPone hebt hervor, dass CEO Derek Chang diese Ambition zuletzt erneut unterstrichen habe. Zudem sei Miami möglicherweise auch in Zukunft ein Motorrad-Grand-Prix-Austragungsort, auch wenn der Plan für 2027 derzeit auf die Saisonpräsentation beschränkt ist.

Während das Miami-Event darauf ausgelegt ist, MotoGP einem US-Publikum näherzubringen, bedeutet es gleichzeitig eine zusätzliche logistische und finanzielle Belastung für Teams und Hersteller. Bangkok und Kuala Lumpur galten als „kostengünstige“ Optionen, weil MotoGP sich dort ohnehin für Wintertests aufhält. Die USA liegen weit entfernt – die für die Präsentation verwendeten Bikes müssten also um die ganze Welt verschifft werden. GPone ergänzt, dass voraussichtlich zusätzliche Motorräder gebaut werden müssten, da die Maschinen, die die Fahrer im Februar für Tests und Rennen nutzen, in Asien eingesetzt werden.

Die finanziellen Fragen gehen über den Transport hinaus. Liberty Media will mehr Investitionen in Marketing und Promotion, und auch der Paddock müsste „aufgepeppt“ werden. Laut GPone würden diese Ausgaben nicht vollständig durch den Beitrag des Veranstalters gedeckt, was sie zu einem weiteren Streitpunkt in den laufenden Verhandlungen im Zusammenhang mit der Vertragsverlängerung für die nächsten fünf Jahre macht.

Kurz gesagt: Die Saisonpräsentation in Miami wird als strategischer Schritt dargestellt, um MotoGP in den USA stärker zu verankern. Gleichzeitig stellt sie aber die zentrale Frage in den Mittelpunkt, wer für die zusätzlichen Kosten aufkommen wird, die nötig sind, damit das Event – und der Vorstoß der Meisterschaft – wirklich funktioniert.

View sources