MOTOGP-BOSS EZPELETA NACH DRAMA-GP: „DIE SCHLIMMSTEN MOMENTE IM BERUF“
22 May·
Das sechste Rennwochenende der laufenden MotoGP-Saison sorgte vor allem wegen einer Vielzahl spektakulärer Stürze für Schlagzeilen. Laut Speedweek war es jedoch zahlenmäßig nicht das „Crash-Event“ schlechthin: Über alle drei Fahrtage wurden insgesamt 42 Unfälle registriert und damit lag der Catalunya-GP im unteren Bereich. Zum Vergleich: In Thailand waren es noch weniger (33), in Le Mans wurden 60 Stürze gezählt, und in den USA zuvor sogar 73.
Trotz der insgesamt moderaten Unfallzahlen lag die Dramatik in Barcelona dennoch klar auf der Spitze. Besonders auffällig waren die sechs Stürze (inklusive Test) von Jorge Martin. Den größten Schock lösten jedoch die Vorfälle mit Alex Marquez und Johann Zarco aus. Beide Unfälle führten zu sofortigen Rennabbrüchen und medizinischen Behandlungen direkt am Unfallort. Der erste Sturz ereignete sich in Runde 11, der zweite direkt nach dem ersten Restart.
Die Bilder hinterließen auch bei den Fahrern sichtbare Spuren. Mehrere Piloten gingen verletzt in die Neustarts: Fabio Di Giannantonio, Raul Fernandez, Johann Zarco und Pecco Bagnaia nahmen nach Blessuren am Rennen wieder teil. KTM-Werksfahrer Pedro Acosta brachte die Stimmung vieler Aktiver auf den Punkt: „Es wäre besser gewesen, nicht ein drittes Mal zu starten!“
MotoGP-Management und CEO Carmelo Ezpeleta reagierten auf diese Kritik mit klaren Aussagen. In einem Interview mit dem spanischen Rennsport-Podcast „Curva 15“ erklärte Ezpeleta, dass solche Momente die schlimmsten im Beruf seien, weil es sich um Verletzungen von Freunden handele. Er schilderte zudem seine Eindrücke nach den ersten Bildern von Alex Marquez: Er habe Alex gesehen, sobald dieser ins medizinische Zentrum der Rennstrecke gebracht worden war, und es sei ihm gut gegangen; er sei bei Bewusstsein gewesen. Auch beim zweiten Vorfall habe es sich ähnlich verhalten, wobei Johann Zarco das Pech gehabt habe, von Bagnaias Motorrad erfasst zu werden.
Ezpeleta verwies zugleich auf das Regelwerk: Neustarts oder ein Verzicht darauf müssten direkte Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft haben. Wenn die Regeln nicht geändert würden, müsse man das tun, was die Regeln zulassen. Eine Vorschrift, die ausschließe, dass ein Rennen bis zu drei Mal neu gestartet werden dürfe, gebe es nicht. Abschließend sagte der MotoGP-Boss, er sei bereit, „alles zu prüfen“, betonte aber, dass dies nicht „in der Hitze des Gefechts“ geschehen solle und alle Faktoren in einer Bewertung berücksichtigt werden müssten.