MOTOGP PRÜFT REGELÄNDERUNG: ZWEI-BIKE-PFLICHT AB 2027 IN FRAGE GESTELLT
21 May·

Laut einem Bericht wird MotoGP für die Saison 2027 über eine grundlegende Änderung der aktuellen Regelung nachdenken: Statt der bislang üblichen zwei Motorräder pro Fahrer pro Session könnte die Serie die Anzahl der Maschinen auf nur noch ein Motorrad reduzieren. Als Begründung werden vor allem Kostensenkungen genannt. Der Vorschlag zielt darauf ab, die sportlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass Teams und Veranstalter weniger Aufwand und Kosten für zusätzliche Motorräder verursachen müssen.
Aktuell ist das Zwei-Motorräder-Prinzip fester Bestandteil des MotoGP-Setups. Jeder Fahrer hat pro Session zwei Maschinen zur Verfügung. Das ermöglicht nicht nur einen Wechsel zwischen den Motorrädern im Training, um Set-up-Entscheidungen zu verfeinern, sondern dient auch als Sicherheitsnetz: Sollte ein Motorrad während einer Session verunfallt oder beschädigt werden, steht in der Regel eine Ersatzmaschine bereit, um die Session fortsetzen zu können.
Besonders relevant ist die Regel auch für die Flag-to-Flag-Praxis. In MotoGP können Fahrer bei einem Wechsel der Bedingungen (etwa bei Regen) während eines Rennens zwischen den Motorrädern wechseln, ohne zwingend einen Stopp in der Box einlegen zu müssen. Der Bericht stellt zudem den historischen Kontext dar: Vor der Einführung der Flag-to-Flag-Regel im Jahr 2006 hätte eine deutliche Veränderung der Bedingungen in einem Rennen früher eher zu einer Unterbrechung bzw. einem Red-Flag-Szenario geführt, wenn ein anderer Reifentyp erforderlich gewesen wäre.
Nach Angaben von Motorsport sollen die Hersteller im Gespräch mit MotoGP Sports Entertainment und Liberty stehen, um die Anzahl der Motorräder pro Fahrer bereits ab dem kommenden Jahr zu reduzieren – konkret wird dabei von einer Umstellung auf ein Motorrad gesprochen. Jede Änderung an den sportlichen Regeln müsste anschließend durch die Grand Prix Commission ratifiziert werden.
Ein Wechsel hin zu einer Ein-Motorrad-Regel hätte laut Bericht weitreichende Folgen. MotoGP gilt in dieser Hinsicht als Ausreißer: In Moto2 und Moto3 wird seit 2010 mit nur einem Motorrad pro Fahrer gefahren. In der WorldSBK wird ebenfalls grundsätzlich ein Motorrad genutzt; ein Ersatz ist zwar vorhanden, allerdings muss die Nutzung durch die technische Leitung genehmigt werden.
Der größte Effekt einer Umstellung in der MotoGP würde sich dem Bericht zufolge im Regen zeigen. Wenn ein Fahrer nicht mehr zwischen zwei Maschinen wechseln könnte, müsste die Serie entweder wieder häufiger Rennunterbrechungen bei wechselnden Wetterbedingungen vorsehen oder alternative Mechanismen einführen, etwa einen Boxenstopp. Als Vergleich wird WorldSBK genannt, wo bei Flag-to-Flag-Rennen eine Mindestdauer für den Boxenstopp festgelegt ist, damit ein sicherer Reifenwechsel möglich bleibt.
Auch für Trainings- und Qualifying-Situationen wäre die Umstellung einschneidend: Bei einem Sturz würde die Session für den betroffenen Fahrer faktisch beendet sein, wenn keine zweite Maschine verfügbar ist. Als Beispiel nennt der Bericht den Catalan Grand Prix, bei dem Fahrer wie Pedro Acosta und Fabio Di Giannantonio (der das Rennen gewann) bei einer solchen Regeländerung möglicherweise nicht in der Lage gewesen wären, nach einer Unterbrechung bzw. einem Restart erneut anzutreten, weil die Schäden an ihren jeweiligen „Nummer-1“-Maschinen zu groß gewesen wären.