MOTOGP-SPITZENREITER BEZZECCHI: APRILIA-PILOT PLATZIERT SICH ALS DREITBESTER IM FREITAG-QUALI
4d ago·
Marco Bezzecchi geht in das MotoGP-Wochenende in Ungarn auf dem Balaton Park Circuit als Tabellenführer. Frisch ist er aus Italien zurück, wo er wieder in die Erfolgsspur fand. Nach einer seltenen Durststrecke ohne Podium beim Grand Prix von Katalonien meldete sich der Aprilia-Pilot im Heimrennen eindrucksvoll zurück und kam als „frischer Sieger“ des Italien-Grand-Prix nach Balaton Park. Am Sonntag fuhr er die Ziellinie vor seinem Teamkollegen Jorge Martin und Ducati-Peccco Bagnaia an; Marc Marquez folgte weitere zehn Sekunden dahinter.
Bezzecchis Aufwärtstrend kommt jedoch mit einem kleinen Fragezeichen über die Details seines jüngsten Triumphs. Rückblickend sagte er, Team und sein eigenes Gedächtnis hätten eine zweite Sichtung gebraucht: „Wir wollten dort stark sein – und wir haben das beste Ergebnis geholt, das war großartig. Ich musste das Rennen mindestens zehn Mal anschauen, weil ich dank des ständigen Adrenalins vieles vergessen habe. Aber ich wollte genau verstehen, was passiert ist.“
Auch der Auftakt des Wochenendes machte deutlich, wie schnell sich das Gleichgewicht von Strecke zu Strecke verschieben kann. Nach dem geschwindigkeitsbetonten Charakter von Katalonien und Mugello bietet Ungarn ein „sehr kontrastreiches“ Layout. Für Bezzecchi ist die Umstellung aber kein Problem: Er sagte, er mag den Kurs trotz seines besonderen Charakters. Ausschlaggebend sei, dass es in Sektor 2 einen schnelleren Abschnitt gibt und die Strecke insgesamt abwechslungsreich bleibt. Zudem betonte er die Bedeutung der Arbeit am Freitag: „Für alle Fahrer wird das FP1 am Freitag sehr wichtig sein – ich muss auch mit meinem Team am Bike arbeiten.“
Obwohl Bezzecchi die Gesamtwertung anführt, ist der Vorsprung nicht entscheidend. Laut Bericht liegt Martin 17 Punkte hinter ihm, nachdem er in Mugello Zweiter wurde. Dahinter ist Fabio Di Giannantonio Dritter im Ducati-Lager, und Bezzecchis Vorsprung auf ihn beträgt nach einem Drittel der Saison 39 Punkte. Trotz der mathematischen Lage spielte das Thema „Weltmeisterschaft“ bei der Pressekonferenz in Ungarn keine große Rolle. Der Italiener bleibt auf die eigene Leistung fokussiert statt auf große WM-Debatten.
In der Medienrunde war auch der Sieger des Vorjahres, Marc Marquez, vertreten. Laut Bericht griff Marquez im Aprilia-Lager – vor allem mit Blick auf Bezzecchi – die „Favoriten“-Erzählung auf, doch Bezzecchi zeigte keine sichtbare Emotion und blieb stoisch.
Am Freitag startete Bezzecchi kontrolliert in das ungarische Wochenende. Er beendete das Training insgesamt auf Platz sechs – so die Beschreibung des Artikels das drittbeste Aprilia-Ergebnis. Pedro Acosta (KTM) war mit großem Abstand der Schnellste, Bezzecchi lag 0,675 Sekunden zurück. Das zentrale Problem sei für Bezzecchi nicht nur ein einzelner Moment, sondern ein konkreter Teil der Runde: Er habe das richtige „Rezept“ in Sektor 3 noch nicht gefunden, wo er Zeit an Acosta verloren habe. „Nicht nur gegen Acosta, sondern generell. Acosta hat den Unterschied im Time Attack gemacht. Ich weiß nicht, in welchem Sektor, aber der dritte ist der, in dem ich die meisten Probleme habe“, sagte er.
Bezzecchi verknüpfte die Schwierigkeit zudem mit dem Bremsen. Auf die Frage, was ihn in Sektor 3 genau zurückhält, antwortete er, er müsse beim Bremsen besser werden. Er ergänzte, dass es auch andere Stellen auf der Strecke gibt, an denen Fahrer hart bremsen müssen, er sich dort aber besser fühle als in Sektor 3 – dennoch müsse er das Gesamtbild analysieren. „Ich muss beim Bremsen besser werden“, sagte er, bevor er hinzufügte, dass er alles noch genauer aufdröseln müsse.
Mit Sprint und Grand Prix stehen noch zwei Rennen an, und Bezzecchis Plan ist klar: das Bike verbessern und auf einen besseren Tag hinarbeiten, statt unrealistische Erwartungen zu jagen. „Wir wollen uns verbessern und einen besseren Tag haben“, versprach er. „Ich habe keine großen Erwartungen – ich will einfach im Boxbereich am Bike arbeiten.“