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FAHRER FORDERN SICHERHEITSÄNDERUNGEN FÜR BARCELONA TURN 1 NACH ZARCO-CRASH

17 May·

🇬🇧

Nach dem jüngsten Massencrash beim Start-/Turn-1-Bereich in Barcelona haben MotoGP-Fahrer erneut konkrete Sicherheitsänderungen gefordert. Auslöser war der Zwischenfall am Sonntag, bei dem Johann Zarco nach dem Restart in der Bremszone von Turn 1 erwischt wurde und mit Pecco Bagnaia sowie Luca Marini kollidierte. Zarco geriet anschließend in das Hinterrad von Bagnaia und zog sich dabei Verletzungen am Bein zu.

Die Diskussion dreht sich dabei vor allem um die Startposition: Mehrere Fahrer argumentieren, dass der erste Abschnitt bis zur ersten Kurve zu viel Tempo aufbaut. Fabio di Giannantonio, der das Rennen gewann, brachte das Problem auf den Punkt: „Wenn man so weit weg von der ersten Kurve startet, kommt man dort mit viel Geschwindigkeit an – aber nicht mit der Geschwindigkeit, die wir normalerweise gewohnt sind.“ Er erklärte außerdem, dass dadurch der ideale Brems-Punkt schwerer zu treffen sei: „Wir wissen also nicht wirklich, wo der perfekte Bremszeitpunkt für die erste Kurve ist. Schon ein kleiner Fehler kann zu einem großen Fehler werden und eine große Katastrophe auslösen.“ Di Giannantonio sieht als „perfekte“ Lösung, dass die Fahrer möglichst nah an Turn 1 starten sollten, damit das Feld geordneter in die „Schlange“ der Fahrer übergeht: „Das Perfekte wäre, so nah wie möglich an die erste Kurve zu starten. Dann kann man einfach reinfahren und jeder bekommt seinen Platz in der großen ‚snake‘.“

Auch der Einfluss von Aerodynamik und „dirty air“ spielt in der Argumentation eine Rolle. Di Giannantonio verwies darauf, dass die hohen Anfluggeschwindigkeiten das Problem verstärken: „Bei der Ankunft im fünften Gang mit viel Speed, viel Aero-Bewegung und viel Turbulenz ist das ein großes Thema.“ Er betonte zudem den Unterschied zwischen freier Fahrt und dem Fahren zwischen anderen Motorrädern: „Wenn du zwischen zwei Bikes bist, ist das Motorrad komplett anders als wenn du nur hinter einem Fahrer fährst.“ Gerade weil diese Situation nur selten vorkommt – im Sprint und im Rennen – sei es „wirklich, wirklich schwierig“, präzise zu bleiben und das Setup zu managen.

Joan Mir schloss sich di Giannantonio an. Der HRC-Fahrer sagte: „Ich stimme komplett mit Diggia überein, weil wir in der ersten Kurve den fünften Gang erreichen. Der Bremsbereich ist sehr lang.“ Mir verwies auf die enorme Geschwindigkeit und die Dichte im Feld: „Dort bremsen 20 Bikes aus 300 km/h.“ Für ihn ist der Fehlerraum entsprechend klein: „Der Spielraum für Fehler ist sehr eng. Vielleicht ist eine gute Lösung, das Grid ein wenig nach vorne zu verlegen, damit man mit etwas weniger Geschwindigkeit in die erste Kurve kommt.“ Er zeigte sich zudem optimistisch, dass das Thema aufgegriffen wird: „Wir werden darüber sprechen. Wir werden versuchen, die Sicherheit aller zu prüfen. Am Ende ist es aber ein Risiko auf dieser Strecke. Hoffentlich bekommen wir das für die Zukunft hin.“

Neben der Forderung nach einem weiter vorn liegenden Startgrid wird in der Debatte auch eine strukturelle Änderung des Aufstellens diskutiert. In einem weiteren Beitrag wird argumentiert, dass die Startphase besonders gefährlich ist, weil die Fahrer bei weit entfernter erster Kurve mit höheren Geschwindigkeiten in die Bremszone gehen. Als „einfache“ Maßnahmen werden das Vorziehen des Grids sowie eine Umstellung von einer 3-3-Formation auf ein 2-2-Layout genannt, verbunden mit einem größeren Abstand zwischen den Reihen. Der Blog verweist dabei auf frühere Grid-Formate aus der 500cc-Zweitakt-Ära, als es teils fünf Fahrer in der ersten Reihe gab, was damals zwar ein anderes Risiko erzeugte, aber die Startdynamik veränderte.

Insgesamt bündeln die Stimmen aus dem Fahrerlager die gleiche Kernbotschaft: Weniger Anflugtempo auf Turn 1, ein besser kalkulierbarer Bremsbereich und ein weniger dichtes Feld sollen dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit schwerer Kollisionen in der Startphase zu senken.

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