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MEHR VERLETZUNGEN, WENIG ERSATZ: „DRITTER FAHRER“ BLEIBT WUNSCHDENKEN

23 May·

🇮🇹

Mit mehreren Verletzungen, die das MotoGP-Feld treffen, steht der Sport erneut vor dem gleichen praktischen Problem: schnell genug einen Ersatzfahrer zu finden, wenn ein Motorrad nur für ein Rennen in den Boxen bleiben darf. Johann Zarco und Alex Marquez werden voraussichtlich mehrere Grands Prix verpassen, und unklar bleibt, wann Marc Marquez wieder fit sein wird, um beim Italien-GP in Mugello an den Start zu gehen.

Die unmittelbare Sorge betrifft die Abdeckung aufeinanderfolgender Ausfälle. Bei Ducati wäre der Plan, dass Michele Pirro einspringt, falls Marc Marquez in Mugello nicht fahren kann. Wird Marquez jedoch auch gezwungen, den Ungarn-GP zu verpassen, müsste Ducati zwei Fahrer ersetzen statt nur einen – laut dem Artikel „keine leichte Aufgabe“.

Diese Unsicherheit befeuert eine seit Langem geführte Debatte: Sollte MotoGP einen festen „dritten Fahrer“ einführen, ähnlich wie in der Formel 1? Die Idee wird seit Monaten diskutiert, doch der Artikel argumentiert, dass sich die beiden Motorsportwelten grundlegend unterscheiden – daher sei die Lösung alles andere als unkompliziert.

Ein zentraler Punkt ist das Training. Im Motorradrennsport gibt es keine Simulatoren, die die Erfahrung des Fahrens eines MotoGP-Bikes auf der Strecke wirklich nachbilden können. Wie der Beitrag betont, müssen Fahrer auf die Strecke gehen, um die für MotoGP nötigen Reflexe aufzubauen und zu erhalten. Das führt zu einer Engstelle: Realistisch können nur die Testfahrer der Hersteller die erforderliche Streckenarbeit leisten.

Hätten alle Teams einen dritten Fahrer, würden Satellitenteams die Chance verlieren, die Bikes zu fahren, die sie später im Rennen einsetzen. Stattdessen könnten diese Fahrer am Ende auf der Bank sitzen und auf einen Notfall-Einsatz warten – ohne die Vorbereitung, die regelmäßige Trainingszeit auf der Strecke mit sich bringt.

Auch das aktuelle „dritte Fahrer“-Modell – bei dem Testfahrer verschiedener Hersteller manchmal einspringen – zeigt seine Grenzen. Das jüngste Beispiel betrifft KTM in Le Mans: Das Team musste Jonas Folger verpflichten, um Maverick Viñales zu ersetzen. Pol Espargaró war ebenfalls verletzt, und Dani Pedrosa hat nicht mehr vor, zu starten, sodass Folger die einzige Lösung war. Der Artikel hält fest, dass Folger seit mindestens drei Jahren nicht mehr in der MotoGP gefahren war und Prototypen nur sporadisch getestet hatte. Zwar habe er sich kompetent geschlagen und „keinen Ärger verursacht“, dennoch wurde er über das Wochenende als „Mitläufer“ beschrieben.

Der Beitrag zeigt außerdem, dass Testfahrer nicht immer in einer idealen Position sind, selbst wenn sie verfügbar sind. Testtage und Wildcards sind begrenzt, und das Regelwerk zieht enger: Wildcards werden für 2027 abgeschafft. Das bedeutet, dass niemand an einem Rennwochenende teilnehmen kann, wenn er nicht als Fahrer in der Weltmeisterschaft registriert ist.

Um zu verdeutlichen, wie wenig ein einmaliger MotoGP-Auftritt jemanden vorbereitet, greift der Artikel Andrea Iannone auf, der Ende 2024 in Malaysia das Ducati-Motorrad von VR46 fuhr. Obwohl Iannone eine komplette Saison in der WorldSBK absolviert hatte, wurde seine MotoGP-Erfahrung als extrem schwierig beschrieben. Nach zwei Tagen scherzte er: „Ich laufe auf den Fersen, weil sogar meine Zehen weh tun. Training zu Hause bereitet dich nicht auf diese Bikes vor.“ Der Artikel nutzt sein Zitat, um zu unterstreichen, dass selbst Fahrer mit starkem Hintergrund ohne regelmäßige Erfahrung mit den „Monstern“ Schwierigkeiten bekommen können.

Gleichzeitig wird aber auch betont, dass ein dritter Fahrer, der ein MotoGP-Bike testen kann, nicht automatisch garantiert, dass er dann auch verfügbar ist, wenn man ihn braucht. Pol Espargaró verletzte sich bei einem Test an der Hand, und Aleix Espargaró erlitt Anfang April in Sepang einen schweren Rückschlag: Er brach vier Wirbel.

Zum Schluss verweist der Artikel auf die finanzielle Realität. Ein dritter Fahrer muss bezahlt werden, und für einen schnellen, relativ jungen Fahrer sind die Kosten erheblich. Diese Investition würde Herstellerbudgets belasten – und noch stärker private Teams, zumal der Fahrer möglicherweise gar nicht eingesetzt werden muss. Außerdem stellt sich die Frage, wie Teams mit einem Fahrer umgehen würden, der jederzeit abgezogen werden könnte, einschließlich der Möglichkeit, ihn in einer anderen Meisterschaft wie SBK fit zu halten.

Der Artikel endet mit einem Vergleich zwischen MotoGP und F1. Für Gunther Steiner sei es „undenkbar“, dass ein Motorrad in den Boxen untätig steht – etwas, das in der Formel 1 niemals passieren würde. MotoGP habe jedoch andere Rahmenbedingungen, und es sei unwahrscheinlich, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird.

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