NICOLÒ BUGLEGA SAGT, TOPRAK RAZGATLIOGLU FAHRE NICHT „NORMAL“ WEGEN REIFENUNTERSCHIEDEN
20h ago·

Nicolo Bulega hat sich schützend vor Toprak Razgatlioglu gestellt und dessen schwierigen Übergang in die MotoGP verteidigt. Seiner Ansicht nach liegt das Hauptproblem nicht an der Fahrerkönnen, sondern am Gesamtpaket – vor allem an den Reifen. Razgatlioglus bestes MotoGP-Ergebnis bisher erzielte der türkische Pilot beim Sonntagsrennen beim Ungarn-Grand-Prix, wo er den 11. Platz belegte. Dennoch liegt er in der Gesamtwertung außerhalb der Top 10, mit nur einem Q2-Einzug.
Bulega, der Razgatlioglu zuvor in der Superbike-WM herausgefordert hatte und inzwischen als Ducati-Testfahrer für das MotoGP-Projekt des Herstellers arbeitet, erklärte, dass Razgatlioglu weiterhin Schwierigkeiten habe, den richtigen „Feel“ mit Yamahas aktuellem Material zu finden. In Kommentaren gegenüber Speedweek betonte er, dass selbst Fahrer mit bewiesener MotoGP-Erfahrung nicht vor dieser Situation gefeit seien. Er sagte: „Yamaha ist nicht auf Top-Niveau“, und ergänzte, dass das Motorrad derzeit „in MotoGP auf dem letzten Platz“ liege. Außerdem hob er die Form von Fabio Quartararo hervor: Selbst der frühere Champion – obwohl er sich bereits in seiner achten Saison mit Yamaha befindet – sei „am Straucheln“, mit Momenten ganz vorne, bevor er wieder zurückfalle.
Für Bulega liegt der größte technische Unterschied im Wechsel auf Michelin-Reifen. Er beschrieb sie als „grundlegend anders als Pirelli“ und betonte, dass der dafür erforderliche Fahrstil „das komplette Gegenteil“ sei. Diese Umstellung erschwere die Anpassung, insbesondere für einen Fahrer, der Yamaha erst kurze Zeit hat. „Toprak ist in seiner ersten Saison mit Yamaha“, sagte Bulega, und „mit Michelin-Reifen“, was bedeutet, dass er nach „sechs Monaten“ auf dem Bike noch einen neuen Ansatz lernt.
Bulega ging auch auf die psychologische Seite des Übergangs ein. Er glaubt, dass es sich auf die Motivation auswirkt, wenn man weiter hinten starten muss als gewohnt – besonders für jemanden, der es gewohnt war, in der WorldSBK zu gewinnen. „Wenn du so weit hinten starten musst wie er, ist die Motivation nicht groß“, sagte er und bezog sich dabei auf Razgatlioglus Laufbahn als Titelgewinner.
Mit Blick nach vorn erwartet Bulega eine klarere Perspektive, sobald sich die Reifensituation ändert. Er sagte, Razgatlioglu werde 2027 zu Pirelli zurückkehren, wodurch er seinen „normalen Fahrstil“ wieder effektiver einsetzen könne. Bulega deutete zudem an, dass Razgatlioglu deutlich nach vorne kommen könnte, falls Yamaha ein leistungsstärkeres Motorrad bauen kann: Er sei „sicher davon“.