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PEDRO ACOSTA BLEIBT MARC MARQUEZ IN ITALIEN DELIBERIERT HINTERHER, UM ZU LERNEN

1 Jun·

🇬🇧

Beim Italienischen Grand Prix zeigte sich erneut, wie stark die Unterschiede zwischen den Werkspaketen in der MotoGP ausfallen – und warum Pedro Acosta den Wechsel von KTM zu Ducati anstrebt. Acosta beendete das Rennen auf Rang sechs, nachdem er sich in der ersten Rennhälfte lange Zeit mit Marc Marquez um Positionen im Vorderfeld duelliert hatte. Die Ausgangslage war dabei geprägt von einem klaren Muster: Acosta konnte dank seiner Bremsstärke und seines Einsatzes lange in Reichweite bleiben, doch sobald es auf die Beschleunigung und die Leistung auf den Geraden ankam, wurde die Schwäche der KTM RC16 sichtbar.

In der entscheidenden Phase des Rennens lag Acosta zeitweise vor Marquez, als beide in Richtung Kurve eins auf die Hauptgeraden gingen. Dort kam es zum Überholmanöver: Marquez, der die Ducati-Vorteile auf der Strecke konsequent ausspielte, zog an Acosta vorbei und setzte sich in der Folge durch. Im weiteren Verlauf wurde das Duell noch enger, als Fermin Aldeguer neben den beiden Fahrern auftauchte und die Situation zeitweise dreispurig wurde. Acosta konnte den ersten Angriff nicht dauerhaft abwehren und fiel dadurch innerhalb weniger Meter zurück, ehe er sich wieder auf Rang sechs einordnete. Die Berichte betonen, dass Acostas Qualität beim Bremsen unbestritten ist – gleichzeitig aber die „Peinlich langsame“ Pace auf den Geraden das Ergebnis begrenzt.

Diese Beobachtungen fügen sich in Acostas wiederkehrende Kritik an der RC16 ein. Er habe den Leistungsmangel gegenüber dem Rest des Feldes immer wieder thematisiert, insbesondere als es um die Top-Speed und die daraus resultierenden Schwierigkeiten beim Überholen und Verteidigen geht. Auch der Sprint am Rennwochenende wurde als Indikator herangezogen: Acosta hatte dort nur Platz neun erreicht, und die Berichte stellen den Zusammenhang her, dass die KTM-Basis das gesamte Team in der Pace zurückwirft.

Neben dem reinen Renngeschehen wurde auch Acostas taktische Herangehensweise an das Duell mit Marquez thematisiert. Laut seinen Aussagen gegenüber DAZN hatte er sich bewusst dafür entschieden, mehrere Runden hinter Marquez zu bleiben, um dessen Fahrstil zu studieren. Hintergrund war unter anderem, dass Marquez nach zwei Operationen in Mugello nicht vollständig fit gewesen war und dort dennoch mit der Ducati immer wieder zurück in die Duelle fand – unter anderem wegen der überlegenen Beschleunigung auf dem Weg in Kurve eins. Acosta wollte daraus lernen, wie Marquez die Michelin-Reifen über die Distanz schützt und welche Unterschiede sich im Umgang mit dem Grip in den späten Rennphasen ergeben.

Acosta erklärte, er habe aggressives Fahren über die gesamte Distanz bewusst vermeiden wollen, weil er dadurch in den Schlussrunden typischerweise Grip verliert. Er habe die Reifen länger als üblich am Limit gehalten, doch das Rennen zeigte weiterhin, dass es bei ihm noch eine wiederkehrende Schwäche gibt. Er räumte ein: „Ich bremse ein bisschen zu hart.“ Gleichzeitig verwies er auf die Erkenntnisse aus dem Ducati-Umfeld: Seit Marquez bei Ducati ist, wirke er „glatter“ und „komponierter“ im Fahrstil. Acosta sagte, er habe zum ersten Mal in einem Rennen bis zu drei Runden vor Schluss stabil bleiben können, sei dann aber in „die alte Routine“ zurückgefallen.

Marquez selbst kommentierte das Duell ebenfalls – und machte dabei deutlich, dass er Acosta nur deshalb zeitweise vor sich halten konnte, weil die Ducati ihm auf den Geraden den Vorteil liefert. Er habe Acosta in dem Moment überholt, in dem die Maschinenleistung den Unterschied ausmachte. Acosta wiederum fordert von KTM, die Ursachen für den Top-Speed-Rückstand genauer zu untersuchen. Er verwies darauf, dass es nach den Rennen in Brasilien und den USA „besser“ ausgesehen habe, die grundsätzliche Problematik aber weiterhin bestehe.

Im Umfeld von KTM verlief das Wochenende für die weiteren Fahrer weniger erfolgreich. Brad Binder kam auf Rang elf ins Ziel, Enea Bastianini stürzte aus, und Maverick Viñales wurde 17. Damit bleibt der Eindruck bestehen, dass KTM zwar einzelne Stärken – etwa beim Bremsen und im Kampf um Positionen – zeigen kann, die Gesamtleistung jedoch nicht ausreicht, um regelmäßig mit den Ducatis und anderen Top-Maschinen um Siege und Spitzenplätze zu kämpfen. Für Acosta ist genau dieser Punkt der Kern seiner Entscheidung: Er will eine schnellere Maschine, die ihm Rennen um den Sieg ermöglicht und ihm den Weg zu einem echten Titelkampf eröffnet – eine Perspektive, die er sich mit Ducati ab 2027 erhofft, wo er Marquez als Teamkollegen an der Seite haben wird.

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