QUARTARARO: „JEDER HIER WEISS, DASS ER SICH MORGEN DAS BEIN BRECHEN KANN“
28 May·
Fabio Quartararo geht mit vorsichtigem Optimismus in den anstehenden Grand Prix von Mugello. Nach dem Barcelona-Event, bei dem er mit Platz 5 ein starkes Ergebnis erzielte, konnte der Franzose auch bei seinem Heimrennen in Le Mans mit den Rängen 5 und 6 überzeugen. Laut den Berichten bestätigten alle Yamaha-Piloten nach dem Barcelona-Test Fortschritte an der M1, insbesondere beim Einlenkverhalten. Quartararo führt das auch auf eine neue Frontverkleidung zurück, die ihm ein besseres Gefühl für das Vorderrad vermittelt.
Für Mugello erwartet der Yamaha-Werkspilot dennoch ein schwieriges Wochenende. Er betont, keine konkreten Erwartungen zu haben und zunächst den Fokus darauf zu legen, das Rennen zu genießen. Als Baustelle nennt er vor allem die Motorleistung der V4-M1. Gleichzeitig spielt der Mugello-Circuit mit seiner langen Hauptgeraden (1.141 Meter) für die Top-Speed eine wichtige Rolle, wodurch die Frage nach zusätzlicher Leistung für Yamaha im Vorfeld des Italien-GP besonders relevant wird. Quartararo stellt jedoch klar, dass es nicht nur um die reine Power geht: „Die Power ist nicht das Hauptproblem. Ich denke, dass das Einlenkverhalten und der Grip, den wir derzeit haben, zu wenig sind.“ In der Vergangenheit sei das Kurvenverhalten sehr gut gewesen, der Grip habe akzeptabel funktioniert. Aktuell seien jedoch beide Bereiche schlecht, zusätzlich komme der Motor hinzu – für ihn „wird hart“.
Der Barcelona-Test liefert Quartararo zwar Hinweise auf das Potenzial der Yamaha, gleichzeitig relativiert er die Aussagekraft der Testbedingungen. Er erklärt, dass die Strecke in Barcelona deutlich mehr Grip geboten habe als im Rennalltag. Er sei im Test eine 1:38,8 gefahren, ohne eine Zeitenjagd zu machen, und sei dabei nur drei Zehntel von seiner schnellsten Q2-Zeit entfernt gewesen. Gleichzeitig habe er beim Test sogar noch schneller fahren können, doch das habe nicht der Realität entsprochen: „Der Grip war unrealistisch.“ Das Gefühl werde er so nicht wiederfinden. Dennoch habe man gesehen, dass das Potenzial mit viel Grip deutlich größer sei. Das Rennen in Le Mans habe er dagegen „sehr genossen“ und konnte mit mehreren Fahrern kämpfen – ein Hinweis darauf, dass die Verbesserungen zumindest in bestimmten Bedingungen Wirkung zeigen.
Neben der sportlichen Lage wurde Quartararo auch auf gefährliche Situationen im Grand Prix in Barcelona angesprochen. Er stellte dabei klar, dass solche Risiken zum Rennsport gehören. Auf die Frage, wie man derartige Vorfälle verhindern könne, antwortete er sinngemäß, dass es bei einem Verbleib zuhause nie passieren würde. Gleichzeitig betonte er, dass alle im Paddock wissen, dass sie einen Sport mit hohem Risiko ausüben. Er verwies auf Barcelona, wo es in kurzer Zeit zu zwei roten Flaggen gekommen sei. Er erklärte, dass es bei Alex Marquez und der Situation mit Zarco zwar passieren könne, aber am Ende habe es einfach kein Glück gegeben. Für Quartararo ist das Teil des Jobs: Neustarts seien zwar immer schwierig, doch man sei hier, um Rennen zu fahren. Entsprechend sieht er keinen Diskussionsbedarf in der „Safety Commission“ in Mugello: „Für mich gibt es kein Thema!“