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RAUL FERNANDEZ NACH MUGELLO-STARTDEBAKEL: «FISCH-MENTALITÄT» NACH FEHLER

1 Jun·

Raul Fernandez war beim Mugello-Grand-Prix überraschend ein Kandidat für den Sieg: Er stand nach dem Start von der zweiten Position auf der Grid und fühlte sich nach starker Form in den Wochen zuvor so sicher wie nie. Doch das Rennen kippte fast sofort. In der ersten Kurve ging er zu weit und fiel auf den 18. Platz zurück. Nach dem Event erklärte Fernandez, dass das Problem nicht darin gelegen habe, einen Bremspunkt verpasst zu haben. Stattdessen sagte er, er habe nicht rechtzeitig in den zweiten Gang geschaltet, als er die erste Kurve in drittem Gang genommen habe. „Ich kann es nicht erklären“, ergänzte er und beschrieb, wie sich die Situation verschärfte, als er sich im Windschatten seines Teamkollegen Bezzecchi wiederfand. In dieser Position habe er stärker bremsen müssen als geplant, was dazu führte, dass das Vorderrad wegrutschte: „Ich begann zu rutschen und konnte das Motorrad nicht mehr stoppen.“

Trotz des frühen Rückschlags kämpfte sich Fernandez vom Ende des Feldes zurück und schaffte es schließlich bis auf Platz acht. Er nannte es „ein wirklich schönes Comeback“ und sagte, die Motivation sei aus einer unerwarteten Quelle gekommen: einem Buch von Kobe Bryant, das er gerade liest. Fernandez erklärte, dass Bryants Botschaft über die „Fish-Mentality“ im Sport – den Fehler vergessen und sich auf die Aufgabe konzentrieren – bei ihm stark nachgewirkt habe. „Im Moment des Fehlers kann ich nichts ändern“, sagte er. „Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen – und ich glaube, es war kein schlechtes Rennen.“

Die emotionale Wirkung des Sturzes und der anschließenden Aufholjagd war in seiner Reaktion nach dem Rennen deutlich. Fernandez gestand, er habe sich „sehr schlecht“ gefühlt – sowohl für sein Team als auch für Aprilia – und betonte, dass der Tag ihnen eine „unglaubliche Chance“ geboten habe. Außerdem blickte er darauf, wie sich sein Mindset über das Wochenende verändert habe: Während er in Australien gewonnen habe, sei Mugello das erste Mal gewesen, dass er sich „sehr stark“ gefühlt habe. Er verwies dabei auf sein Tempo im Warm-up, als er auf gebrauchten Reifen fuhr und trotzdem 1:46.0 schaffte.

Doch das war nicht das Ende der Geschichte. Fernandez überquerte die Ziellinie zwar auf Platz acht, wurde später jedoch wegen eines unnötigen Kontakts mit einem anderen Fahrer bestraft. Dadurch wurde er nach dem Medienrundgang um eine Position zurückversetzt. Selbst mit der Strafe fiel ihm das Feiern schwer. „Wenn du die Chance hast, um das Podium zu kämpfen und am Ende auf Platz acht landest, ist es schwierig, glücklich zu sein“, sagte er.

Im größeren Kontext der WM steht Fernandez aktuell auf Rang sechs mit 87 Punkten, sieht sich aber derzeit nicht als Titelanwärter. „Momentan sind wir keine Titelkandidaten“, sagte er. „Wir müssen die Fahrer sein, die in bestimmten Momenten mit den Besten fahren können.“

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