RAUL FERNANDEZ TROTZ SPRINT-SIEG WEITER MIT ZUKUNFTSSORGEN BEI APRILIA
2 Jun·
Mugello brachte für Raul Fernandez eine seltene Mischung aus Jubel und Unsicherheit. Im Sprint am Samstag fuhr der Trackhouse-Pilot zum Sieg vor Jorge Martin und sicherte Aprilias ersten Doppelerfolg des Mugello-Wochenendes. Doch das Ergebnis sorgte auch für zusätzliche Spannung: Martin soll die von Fernandez’ Team verwendete Reifenentscheidung „medium“ kopiert haben.
Während das Geschehen auf der Strecke wie eine klare Ansage wirkte, war die Stimmung hinter den Kulissen deutlich weniger gefestigt. Speedweek berichtet, dass Teamchef Davide Brivio das US-Team am Ende des Jahres 2026 verlassen wird. Das habe die Begeisterung bei Aprilia und Trackhouse trotz der starken Leistungen aus der aktuellen Saison spürbar gedämpft.
Vor den Rennen in Mugello trafen sich Fernandez und Martin mit Aprilia-Vertretern, um mehrere Punkte zu klären. Laut Bericht half das Gespräch dabei, „die Dinge geradezurücken“, wie Fernandez sich in engen Duellen mit Teamkollegen verhalten soll. Dieses Thema wurde anschließend als erledigt betrachtet.
Trotz des Sprint-Siegs wurde Fernandez’ Stimmung in den Interviews in Mugello eher als gedämpft denn als euphorisch beschrieben. Er erklärte, wie schwer es für ihn sei, die Situation um ihn herum in den vergangenen Wochen zu verarbeiten – vor allem angesichts der Berichterstattung und der Spekulationen. „Ich glaube, es war der schönste und gleichzeitig schwierigste Moment meines Lebens als Rennfahrer“, sagte Fernandez. „In den letzten Wochen, mit all dem, was man liest und sieht, ist es am Ende schwer, damit umzugehen. Man sieht, dass die Situation nicht einfach ist. Nach dem Sprint-Sieg am Samstag habe ich die ganze letzte Runde geweint, nachdem die Zielflagge gefallen war.“
Fernandez äußerte sich zudem gegenüber spanischen Medien in einer Tonlage, die wie ein Abschied klang. Er sagte, er wisse, dass er für Trackhouse bis zum Jahresende fahren werde: „Ich weiß, dass ich bis zum Ende des Jahres für Trackhouse fahren werde.“ Außerdem betonte er, dass sein Fokus darauf liege, den Prozess zu genießen und weiter zu kämpfen: „Wichtig ist, dass wir Spaß haben und kämpfen. Ich habe meine Familie, und nach Samstag in Mugello bin ich mit mir im Reinen.“ Auch Joan Mir wurde am Sonntag mit der Einschätzung zitiert, dass Fernandez möglicherweise „um sein Leben fährt“, da es sich um eine Phase handelt, die mit der Sicherung eines neuen Vertrags verbunden ist.
Am Sonntag wirkte Brivio das Bild dann etwas zu entschärfen. Der Bericht hält fest, er habe „zurückgerudert“ und angedeutet, dass die MotoGP-Zukunft von Fernandez weiterhin offen sein könnte. Er sagte, es sei noch nichts entschieden.
Was laut Speedweek jedoch klar ist: Trackhouse Racing genießt derzeit ein Erfolgsniveau, das das Team zuvor so nicht erlebt hat. Mit Fernandez und Ai Ogura steht die Mannschaft aktuell auf Platz zwei in der Teamwertung. Das Ziel sei, so lange wie möglich auf diesem Niveau zu bleiben – ob das mit Fernandez gelingt oder nicht, bleibt vorerst ungeklärt.