TOPRAK RAZGATLIOGLU KRITISIERT MICHELIN NACH STURZ IN MUGELLO
30 May·
Beim MotoGP-Wochenende in Mugello hatte Toprak Razgatlioglu bereits im Training einen schweren Rückschlag. Beim Üben des Rennstarts blockierte das Vorderrad seiner Yamaha M1. Razgatlioglu versuchte, das Vorderrad anzuheben, verlor dabei jedoch auf der Geraden die Kontrolle. Zunächst war spekuliert worden, ob ein missglücktes Stoppie die Ursache gewesen sein könnte. Razgatlioglu stellte jedoch klar, dass es sein eigener Fehler war: Beim Anbremsen für den Start habe das Vorderrad blockiert, und beim zweiten Bremsversuch habe er die Kontrolle auf der Geraden verloren. Er entschuldigte sich bei seinem Team, weil der Schaden am Motorrad „komplett“ gewesen sei. Der Sturz bezeichnete er als „dummer Sturz“ und zeigte sich entsprechend wütend.
Die Folgen des Crashs wirkten sich laut Razgatlioglu auch auf sein Reifenvertrauen aus. Er sagte, es sei schwierig, das Vertrauen nach einem solchen Sturz wieder aufzubauen. Besonders auf dieser Strecke mit den langen Kurven habe er „kein Vertrauen in den Vorderreifen“. Seine Argumentation: Wenn das Vorderrad auf der Geraden blockiere, wie solle er dann in der Kurve vertrauen. Auch nach dem Sprint blieb die Kritik an Michelin deutlich; Razgatlioglu betonte, er sei „immer noch wütend“.
Im Sprint kam Razgatlioglu auf Platz 17 ins Ziel. Er lag dabei 25 Sekunden hinter dem Sieger Raul Fernandez (Aprilia) und 8 Sekunden hinter dem schnellsten Yamaha-Fahrer Alex Rins. Laut dem Bericht lag der Rückstand nicht primär an der Top-Speed: Razgatlioglu erreichte auf der Geraden 358,8 km/h und war damit nur 1,2 km/h langsamer als Fabio Di Giannantonio, der auf der Ducati aufs Podium fuhr. Der Unterschied zeigte sich vielmehr in bestimmten Streckenabschnitten: Razgatlioglu verlor vor allem in Kurve 5 am Kurvenausgang sowie in den Kurven 8 und 9 und in der letzten Kurve viel Zeit. Diese drei Bereiche machten zusammen fast eine Sekunde aus.
Rins hatte im Training vom Windschatten eines Konkurrenten profitiert und konnte sich in den Kurven 2 bis 6 deutlich verbessern. Für den Sonntag deutete er an, dass ein Nacharbeiten dieser Stellen einen großen Schritt ermöglichen könnte, um wieder näher an die anderen Yamaha-Fahrer heranzukommen.
Razgatlioglu blickte zudem auf die Zukunft: Mit Blick auf die 850-ccm-Ära und die Umstellung auf Pirelli zeigte er sich optimistisch. Er sagte, Pirelli sei „sicherer“ und biete „viel besseren Grip“. Der Fahrstil müsse jedoch gleich bleiben: In der MotoGP müsse man weiterhin mit mehr Kurvengeschwindigkeit durch die Kurven fahren. Als positiver Lichtblick wurde in dem Zusammenhang die Speziallackierung des Pramac-Teams in Mugello genannt.