TOPRAK RAZGATLIOGLU MACHT BEI TEST IN BARCELONA GROSSEN SCHRITT, ABER SOFT-REIFEN BLEIBT SCHWÄCHE
20 May·

Pramac-Rookie Toprak Razgatlioglu sagt, er habe nach einem produktiven Barcelona-Test in der MotoGP einen „wirklich großen Schritt“ gemacht. Den größten Fortschritt habe er beim Einlenken in die Kurve erzielt. Der dreifache Weltmeister der Superbike-Klasse nutzte am Montag die zusätzliche Streckenzeit, um Kilometer auf den Michelin-Reifen zu sammeln. Er ist überzeugt, dass das Motorrad jetzt besser einlenkt und dass das Beschleunigen leichter geworden ist, weil er früher Tempo aufnehmen kann, sobald er das Bike in die Kurve bringt.
In seiner bisherigen frühen GP-Saison konnte Razgatlioglu zwei Ergebnisse in den Punkten verbuchen: Platz 15 in Austin und Platz 13 in Le Mans, nach einem 17. Platz beim US-GP und einem 17. Platz in Goiania. In Goiania schaffte er zudem beim zweiten Rennwochenende direkt den Einzug in Q2, doch seine jüngsten Qualifying-Ergebnisse waren weniger konstant. Beim Großen Preis von Katalonien stürzte er in Q1 und landete am Ende des Klassements.
In Barcelona konzentrierte sich Razgatlioglu auf die Reifenentwicklung und stellte fest, dass die Medium-Variante die größten, spürbaren Fortschritte brachte. Er sagte, die Verbesserungen seien besonders beim Kurven-Einlenken deutlich gewesen. Der Medium-Reifen helfe ihm außerdem dabei, das Motorrad effektiver zu drehen und besser aus den Kurven heraus zu beschleunigen. Die Runden auf diesem Compound bezeichnete er als „sehr gut“ und „sehr konstant“ – ein Hinweis auf eine stabilere Basis für das Renntempo.
Als er im Zeitattacke-Run auf den Soft-Reifen wechselte, spiegelte sich das jedoch nicht in einem schnelleren Ein-Runden-Ergebnis wider. Er beendete die Session als 19. und Letzter im Zeittraining. Als Hauptproblem machte er eine fehlende Passung zwischen seinem Fahrstil und dem aus, was der Soft-Reifen verlangt.
Razgatlioglu erklärte, der Soft-Reifen biete mehr Grip und mehr „Pushing“, er könne aber nicht die gleiche Kurvengeschwindigkeit halten wie auf dem Medium. Er zog zudem einen Vergleich zu Fabio Quartararo: Er habe dessen Daten geprüft und festgestellt, dass Quartararo mit dem Soft-Reifen mehr Kurvengeschwindigkeit mitnimmt.
Der türkische Fahrer glaubt, dass das Problem mit seinem Muskelgedächtnis aus der WSBK zusammenhängt. Als er sich mit Teamchef Alberto Giribuola austauschte, habe das Team seine Diagnose bestätigt: Sobald er den Soft-Reifen aufzieht, verändert sich seine Denkweise, und er fahre „ein bisschen wie im Superbike-Stil“. Konkret sagte er, er fordere den Grip stets am Kurvenausgang ein. Mit diesem Michelin-Reifen müsse er jedoch mehr Kurvengeschwindigkeit beibehalten und das Gas langsamer öffnen. Stattdessen räumte er ein, dass er das Gegenteil mache – er drehe ein, nehme Gas auf und öffne mehr –, weil er so mehr Beschleunigung erzeugen will.
Für Razgatlioglu ist die Schwäche des Soft-Reifens vor allem im Qualifying entscheidend. Er sagte, er müsse seinen Fahrstil für den Soft-Compound anpassen, weil er „im Qualifying sehr wichtig“ sei. Er argumentierte: Wenn man von vorn startet, könne man mit der Führungsgruppe mithalten. Wenn man dagegen weiter hinten startet, werde es deutlich schwerer, sich nach vorn zu arbeiten.
Obwohl er insgesamt mit dem Michelin-Reifen zufrieden sei – insbesondere angesichts der Nähe zu den anderen Yamahas – betonte er, dass noch mehr Arbeit am Soft-Reifen nötig sei, um sein Qualifying-Potenzial zu verbessern. Außerdem gab er zu, dass er manchmal „vergisst, die Kurvengeschwindigkeit beizubehalten“, wenn er den Soft-Compound nutzt.
Nach den ersten sechs Runden liegt Razgatlioglu in der Gesamtwertung auf Platz 22. Er liegt damit vor seinem Pramac-Teamkollegen Jack Miller, aber hinter dem Werks-Yamaha-Duo aus Quartararo und Alex Rins. Mit dem Schwung aus Barcelona im Hinterkopf hofft er, das verbesserte Gefühl beim Kurven-Einlenken in die nächste Woche beim Italienischen Grand Prix in Mugello mitzunehmen.
Razgatlioglu sagte, Mugello dürfte seinem Fortschritt entgegenkommen, weil die Strecke mehr Kurvengeschwindigkeit erfordert. Gleichzeitig merkte er an, dass die Bremsanforderungen nicht so stark seien wie auf einigen anderen Strecken. Als wichtigen Maßstab nannte er außerdem Quartararo: Er müsse ihn in der ersten Session sofort „direkt“ verfolgen.