MASSIMO RIVOLA BETONT: JORGE MARTIN ERHÄLT NACH APRILIA-AUSSTIEG „GLEICHE AUSRÜSTUNG“
26 May·

Massimo Rivola hat sich zur Frage geäußert, wie sich Jorge Martins erwarteter Wechsel von Aprilia zu Yamaha auf die laufende Saison und den Titelkampf auswirken könnte. Der Teamchef betonte gegenüber Mundo Deportivo, dass Martin trotz seiner Entscheidung, Aprilia zu verlassen, weiterhin mit identischem Material ausgestattet werde – und verwies dabei explizit auf eine Gleichbehandlung innerhalb des Aprilia-Programms.
Rivola stellte klar, dass die sportliche Ausrichtung des Projekts unverändert bleibt: „Das Wichtigste ist, dass Aprilia den Titel gewinnt.“ Hintergrund ist, dass Martin und Aprilia-Werkspilot Marco Bezzecchi in der Weltmeisterschaft derzeit eng beieinander liegen. Bezzecchi führt die Gesamtwertung vor dem Italien-Grand-Prix mit einem Vorsprung von 15 Punkten auf Martin an, wodurch die Möglichkeit eines direkten Duells um die Krone realistisch ist. In diesem Kontext wird Martins Wechsel zu Yamaha für viele Beobachter als möglicher Faktor im Titelkampf diskutiert.
Rivola widersprach jedoch der Annahme, dass Martins künftige Ausrichtung die Behandlung oder die internen Abläufe bei Aprilia beeinflussen werde. Er sagte, es gebe „überhaupt nicht“ eine Veränderung in der Herangehensweise: Man konzentriere sich auf die Gegenwart und die Zukunft. Entscheidend sei, dass beide Fahrer – falls sie am Saisonende im Titelkampf stehen – mit Blick auf das gleiche Ziel agieren und entsprechend um Punkte kämpfen.
Konkret erklärte Rivola, dass Martin weiterhin „identische“ Motorräder erhalten werde. Er bezog sich dabei auf die Praxis, dass Aprilia vier identische Bikes bereitstellt, die jeweils nach Fahrerpräferenz in Details abgestimmt werden können. Rivola machte deutlich, dass es zwar Unterschiede in der bevorzugten Chassis-Auslegung geben kann, die Basis jedoch identisch ist: „Wir liefern vier identische Bikes, je nach Präferenz des Fahrers.“ Damit soll sichergestellt werden, dass die Leistungsfähigkeit nicht durch einen Wechsel des Fahrers beeinträchtigt wird.
Der Teamchef ging auch auf mögliche Einschränkungen ein, die sich aus Martins bevorstehendem Wechsel ergeben könnten. Vollzeitfahrer dürfen zwar ab Juni erstmals die 850-ccm-Maschinen der Saison 2027 testen, doch es sei wahrscheinlich, dass Martin dabei ausgeschlossen wird. Der Grund: Man wolle verhindern, dass er bei den Tests „Geheimnisse“ mit zu Yamaha nimmt. Rivola deutete damit an, dass der Übergang zwar organisatorisch gemanagt wird, aber nicht auf Kosten der laufenden Saison geht.
Neben der Frage nach Martins Zukunft wurde auch über Aprilias weitere Planungen gesprochen. Rivola ließ durch seine Aussagen indirekt erkennen, dass Francesco Bagnaia als nächster Aprilia-Fahrer bereits fest eingeplant sein könnte. In der Berichterstattung heißt es, dass Aprilia Martin zwar nicht mehr halten könne, aber Bagnaia bereits als Option für 2027 bzw. den weiteren Verlauf des Programms vorgesehen sei. Bagnaia gilt als verfügbar, nachdem Ducati Berichten zufolge den Sitz an Pedro Acosta vergeben habe.
Rivola beschrieb zudem, welche Eigenschaften er bei einem Fahrer besonders schätzt. Für ihn seien vor allem Motivation und Teamarbeit entscheidend. Er sagte, ein Fahrer müsse „hungrig“ sein: „Wenn er hungrig ist, sind wir schon auf einer guten Basis.“ Gleichzeitig müsse er wissen, wie man als Teil eines Teams arbeitet und nicht als Einzelkämpfer. Auf die Frage, ob Bagnaia diese Kriterien erfülle, antwortete Rivola zustimmend – sinngemäß, dass er die Aussage so „mag“.
In der Summe zeichnet Rivolas Position ein klares Bild: Martins erwarteter Wechsel zu Yamaha soll den Titelkampf mit Aprilia nicht verwässern. Die technische Gleichstellung bleibt bestehen, während gleichzeitig durch Testrestriktionen ein möglicher Informationsabfluss in Richtung Yamaha verhindert werden soll. Für Rivola steht dabei weiterhin im Vordergrund, dass Aprilia am Saisonende den Weltmeistertitel holt – unabhängig davon, welcher Fahrer die Trophäe letztlich gewinnt.