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ROSSI FORDERT DUCATI ZU MEHR UNTERSTÜTZUNG FÜR BAGNAIA IM WM-KAMPF

16 May·

🇬🇧

Valentino Rossi hat Ducati dazu aufgerufen, sich im MotoGP-Titelkampf stärker in die Rückkehr von Francesco Bagnaia an die Spitze einzubringen. Hintergrund sind die Schwierigkeiten des zweifachen MotoGP-Champions, seit Beginn der 2025er Saison dauerhaft vorne mitzuhalten. Zwar gab es immer wieder vielversprechende Phasen und auch Siege, doch ein nachhaltiger Durchbruch blieb aus – was laut Rossi im Laufe der vergangenen Monate zu Spannungen zwischen Fahrer und Team geführt habe.

Rossi verwies darauf, dass Bagnaia in der Vergangenheit der beständigste Ducati-Pilot im Fahrerfeld gewesen sei. Gleichzeitig betonte er, dass Bagnaia trotz der aktuell schwierigen Phase eine sehr gute Einstellung zeige: Er trainiere häufig gemeinsam mit Rossi, arbeite intensiv und habe klar den Wunsch, mit Ducati wieder zu gewinnen. Als Beispiel nannte Rossi das Rennen in Le Mans: Dort habe Bagnaia die Pole-Position geholt, sei aber bei beiden Starts jeweils in Schwierigkeiten geraten. Im Sprint wurde er Zweiter, im Hauptrennen kam es nach einem Crash zu einem weiteren Rückschlag – laut Rossi aufgrund eines Bremsproblems. Trotz dieser negativen Ergebnisse sieht Rossi weiterhin Potenzial, dass Bagnaia wieder in den Kampf um Siege zurückfinden kann.

In seinem Appell geht Rossi jedoch über die reine Leistungsbewertung hinaus. Er sagte, Ducati müsse sich „genauso“ engagieren wie Bagnaia selbst, um ihn zurück an die Spitze zu bringen. Rossi stellte dabei auch die Entwicklung innerhalb des Ducati-Umfelds in den Mittelpunkt: Nach den Ereignissen der vergangenen Saison sei die Atmosphäre zwischen Bagnaia und dem Team spürbar abgekühlt. Gleichzeitig machte Rossi deutlich, dass Bagnaia zwar wahrscheinlich nicht mehr Teil des Ducati-Line-ups im kommenden Jahr sein werde, er aber möchte, dass Ducati die gleiche Intensität in der Arbeit an der Rückkehr zu Top-Ergebnissen zeigt, wie Bagnaia sie einfordert.

Die Diskussion um Bagnaia steht zudem in einem größeren Kontext: Ducati hat bereits eine Entscheidung für die Saison 2027 getroffen. Dann soll Pedro Acosta von KTM zu Ducati wechseln und dort Marc Marquez als Teamkollegen haben. Diese Planungen erhöhen den Druck auf die aktuelle Partnerschaft, weil Bagnaia als einer der zentralen Fahrer im Ducati-Projekt gilt, während gleichzeitig die Zukunft bereits festgelegt ist.

Bagnaia selbst reagierte auf die Aussagen von Rossi und stellte klar, dass er die Kritik nicht teilt. Er bezeichnete Rosss Worte als „Annahme“: Rossi sehe zwar, was Bagnaia zu Hause mache, aber nicht, was Ducati intern tue. Bagnaia sagte, dass alle Beteiligten hart arbeiteten, und verwies darauf, dass man nach einer Saison voller großer Schwierigkeiten versuche, wieder das Gleichgewicht zu finden. Er räumte ein, dass die Suche nach einer grundlegenden Abstimmung für das aktuelle Motorrad noch nicht abgeschlossen sei – im Gegensatz zu Fabio Di Giannantonio, der offenbar bereits ein stabileres Setup gefunden habe. Bagnaia erklärte, man gehe deshalb „jede Möglichkeit“ durch, mache kleine Schritte und sei möglicherweise etwas spät dran, aber man bewege sich in die richtige Richtung.

Damit bleibt der Kern der Debatte: Rossi sieht bei Ducati zu wenig Engagement im Vergleich zu Bagnaias Einsatz, während Bagnaia betont, dass Ducati sehr wohl arbeitet, die Probleme aber vor allem technischer Natur seien und sich in der Abstimmung widerspiegelten. Beide Seiten stimmen darin überein, dass die Rückkehr zu konstanten Spitzenresultaten möglich ist – sie unterscheiden sich jedoch in der Bewertung, ob das Team aktuell die gleiche Intensität wie der Fahrer selbst an den Tag legt.

Insgesamt zeigt die Auseinandersetzung, wie stark die sportliche Entwicklung 2026/27 bereits von der Frage nach Stabilität, Abstimmung und Teamdynamik geprägt ist. Während Ducati die Weichen für die Zukunft stellt, bleibt für Bagnaia der unmittelbare Anspruch, seine Form wieder in einen Titelkampf zu übersetzen – und für Ducati die Herausforderung, die technische Basis so zu verbessern, dass die Ergebnisse wieder regelmäßig an der Spitze landen.

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