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TECH3 VERLÄNGERT MIT KTM FÜR DIE 850CC-ÄRA AB 2027

16 May·

🇬🇧

Tech3 bleibt auch in der MotoGP-Ära mit 850 cm³ an KTM gebunden: Der französische Satellitenstall hat nach Gesprächen über einen möglichen Wechsel zu Honda einen neuen Vertrag mit dem österreichischen Hersteller unterzeichnet. Die Einigung wurde am Samstag in Barcelona bekanntgegeben, kurz nach dem Qualifying zum Catalan Grand Prix. Tech3s neuer CEO Guenther Steiner stellte dabei die Weichen für die Zukunft und bestätigte, dass die Partnerschaft in die neue Regulierungsphase ab 2027 fortgeführt wird.

Wie lange der Vertrag läuft, wurde nicht öffentlich gemacht. In den Monaten zuvor war jedoch spekuliert worden, dass Tech3 – neben dem bestehenden Satellitenteam LCR – als zweite Option für ein Honda-Engagement in der Zeit ab 2027 in Frage kommen könnte. Hintergrund: Honda hatte angekündigt, sein MotoGP-Programm ab 2027 von vier auf sechs Motorräder ausbauen zu wollen. Damit rückte Tech3 als potenzieller Kandidat für eine zweite Satellitenstruktur neben LCR in den Fokus.

Letztlich entschieden sich die Verantwortlichen bei Tech3, die unter neuer Führung stehen, für Kontinuität mit KTM. Motorsport.com berichtet, dass die Gespräche über Monate liefen und dass die neue Teamleitung – angeführt von Steiner und Teamchef Richard Coleman – nach Abwägung der Optionen den Verbleib bei KTM priorisierte. Der Grund wird vor allem in der Vorbereitung auf die technischen Umwälzungen gesehen: Mit dem Wechsel in eine „komplett neue regulatorische Ära“ ab 2027 soll die bereits vorhandene Basis genutzt werden, um schneller Anpassungen vorzunehmen und sportlich konkurrenzfähig zu bleiben.

Steiner begründete die Entscheidung mit dem Vorteil eingespielter Zusammenarbeit: In der MotoGP seien Partnerschaften besonders stark, wenn man nicht bei Null beginne. Er verwies darauf, dass Tech3 und KTM bereits eine solide Grundlage aufgebaut hätten und diese Kontinuität einen „realen Vorteil“ verschaffe, um sich auf die neuen Regeln einzustellen. Auch KTM-Motorsportdirektor Pit Beirer betonte die Zufriedenheit über die Fortsetzung des gemeinsamen Weges. Für KTM sei die langfristige Planung wichtig, insbesondere weil die Herstellerstrategie in der 850-cm³-Phase auf einem klaren Grid-Setup basiert.

KTM hatte in den Gesprächen ebenfalls deutlich gemacht, warum der Verbleib von Tech3 strategisch ist. Beirer sagte, es sei wichtig, zu Beginn der großen Regeländerung vier Motorräder auf der Strecke zu haben – statt nur zwei. Er verwies zudem auf die jüngsten Eigentümerwechsel: Tech3 wurde im vergangenen September von einem Konsortium um Guenther Steiner übernommen, während KTM kurz zuvor unter Bajaj Auto die volle Kontrolle übernommen hatte, nachdem der Hersteller zuvor in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Beirer erklärte, dass die neue Eigentümerkonstellation bei Tech3 zunächst Zeit für die Einarbeitung und das Abwägen aller Optionen vorgesehen habe, KTM aber „definitiv“ um den Verbleib des Teams kämpfe.

Die Entscheidung über den Herstellerpartner hat zudem Auswirkungen auf die Fahrerplanung. Motorsport.com beschreibt, dass KTM die Verträge mit den Fahrern erst finalisieren kann, wenn die Einigung mit Tech3 steht. In dem Zusammenhang wird berichtet, dass KTM Optionen zur Verlängerung mit Enea Bastianini und Maverick Viñales besitzt. Gleichzeitig wird die Lage im Fahrerkarussell als eng mit der Teamentscheidung verknüpft dargestellt.

Für die KTM-Programmstruktur ab 2027 ist außerdem relevant, dass die Werkeinheit bereits eine personelle Weichenstellung vorgenommen hat: Das Team soll VR46s Fabio Di Giannantonio verpflichtet haben, um ihn mit dem kommenden Alex Márquez zu kombinieren. Damit scheint die Tür für Viñales im Werksprogramm geschlossen. Brad Binder, der seit seiner gesamten MotoGP-Karriere bei KTM ist, könnte laut Bericht dagegen aus dem Programm herausfallen, falls die neuen Planungen entsprechend umgesetzt werden.

Sportlich betrachtet ist die KTM-Tech3-Verbindung nicht neu: Tech3 wurde 2019 der erste Satellit der KTM in der Königsklasse und erhielt damit die Möglichkeit, die Präsenz auf dem Grid auf vier Motorräder auszubauen. Die Partnerschaft gilt auch als Entwicklungspfad für junge Fahrer, die in einem weniger druckintensiven Umfeld Erfahrungen sammeln können. In der bisherigen Zusammenarbeit mit KTM hat Tech3 laut Motorsport.com zwei Siege erzielt – beide durch Miguel Oliveira im Jahr 2020 – sowie weitere Podestplatzierungen.

Steiner und KTM blicken nun auf 2027 und darüber hinaus. Während Poncharal, der Tech3 1990 mitbegründete, seine Rolle am Ende des Vorjahres nach dem Verkauf des Teams an ein Konsortium um Steiner verlassen hat, soll die neue Vertragslage die Basis für die nächste Regulierungsphase sichern. Für KTM und Tech3 steht damit fest: Die 850-cm³-Ära startet mit einer fortgesetzten Partnerschaft, statt mit einem Wechsel des Satellitenteams zu einem anderen Hersteller.

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