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TOPRAK RAZGATLIOLU FINDET BALATON PARK „SEINEN STIL“, VERSTEHT ABER DEN ERSTEN BEREICH NICHT

4d ago·

🇬🇧

Toprak Razgatlioglu geht mit Blick auf den Großen Preis von Ungarn am Balaton Park in dieses Wochenende und will dabei ein persönliches MotoGP-Ziel erreichen. Gleichzeitig setzt er stark auf seine Vertrautheit mit der Strecke: Der Pramac-Yamaha-Pilot hat den Kurs wiederholt als „passend“ für sich beschrieben. Nach einem starken Start in das Freitagstraining wirkte er erneut wie ein Yamaha-Referenzfahrer, auch wenn der direkte Sprung in Q2 nur knapp verpasst wurde.

Seine Begeisterung für den Balaton Park hat vor allem mit seinem Erfolg in der WorldSBK im vergangenen Jahr zu tun. Damals gewann er alle drei Rennen, holte die Pole und feierte einen perfekten Durchmarsch. Vor dem Wochenende sagte er: „Ich liebe diese Strecke, ich mag sie wirklich.“ Besonders angetan ist er von dem „Stop-and-go“-Charakter und den Schikanen: „Mit der Superbike war alles perfekt.“ In MotoGP sieht er die Herausforderung deutlich größer – vor allem wegen der Reifen und der Schwierigkeit, das gleiche Leistungsniveau zu treffen. Dennoch glaubt er, dass das Wochenende etwas Sinnvolles bringen kann.

Sein klares Ziel ist ein Top-10-Ergebnis: „Mein Ziel? Ich hoffe, unter die Top 10 zu kommen. Das ist mein größtes Ziel dieses Wochenende“, sagte er. Außerdem verwies er auf einen praktischen Grund, warum Yamaha hier möglicherweise weniger benachteiligt ist als auf anderen Strecken: Durch die Stop-and-start-Passagen ist die Motorleistung weniger entscheidend als etwa in Mugello. Razgatlioglu erklärte, dass alle Yamaha-Fahrer hart arbeiten, weil jeder darauf fokussiert ist, die Ergebnisse zu maximieren. Seine eigene Verbesserung führte er auf das Tempo am Freitag zurück, wobei er zugab, dass er in Sessions oft zu Beginn Schwierigkeiten hat.

Dieses Anpassungsthema zog sich auch durch den Tag. In FP1 wurde Razgatlioglu als schnellster Yamaha-Fahrer auf Rang zehn geführt. Seine Bestzeit lag bei 1:39.398. Er war dicht an der Spitze der Yamaha-Gruppe dran und verwies Fabio Quartararo um 0,051 Sekunden auf P10 und P11. Zudem lag er nur 0,030 Sekunden hinter Marco Bezzecchi – sein Tempo war also nicht nur innerhalb von Yamaha konkurrenzfähig, sondern bewegte sich in der Nähe der Gesamtspitze.

Am Nachmittag lief es im zeitgesteuerten Pre-Qualifying jedoch nicht ganz nach Plan. Zwar drohte Razgatlioglu erneut der beste Yamaha-Fahrer zu werden, doch Jack Miller holte sich am Ende die Auszeichnung mit der zehntbesten Zeit und schob Quartararo und Razgatlioglu nach unten. Razgatlioglu blieb dennoch vielversprechend: Er lag nur 0,165 Sekunden hinter Miller und 0,054 Sekunden hinter Quartararo im direkten Duell um die beste Yamaha-Position und die Chance auf Q2.

Teammanager Gino Borsoi zeigte sich nach dem Freitag ermutigt. Er sagte, es sei ein „guter Freitag für ihn und für das Team“ gewesen, und hob hervor, dass Razgatlioglu nahe an der Top-10 blieb – das sei für Borsoi „gute Nachrichten“. Borsoi betonte zudem, dass der Balaton Park ein Kurs ist, auf dem die Teams nur begrenzte Informationen haben, weshalb man „fast bei null anfangen“ könne. Seiner Ansicht nach liegt der Schlüssel zu Razgatlioglus unmittelbarem Tempo auch in seinem Fahrstil: „Er hat… den besten Fahrstil für diese Art von Strecke – er ist ein Fahrer, der sehr spät und tief bremst. Also ist das die perfekte Strecke und Streckenanlage für Toprak.“

Trotz des positiven Tempos räumte Razgatlioglu ein, dass es weiterhin technische und Grip-Fragen gibt. Er verstehe zwar den Charakter der Strecke, aber nicht den ersten Sektor vollständig: „Das ist mein Stil von Strecke, aber ich verstehe den ersten Sektor immer noch nicht, vor allem die erste Kurve.“ Er erklärte, er glaube, dass der Asphalt neu und rutschig sei: „Da gibt es keinen Grip.“ Außerdem sagte er, dass die Front beim Bremsen auf einer Geraden blockiert. Auch das Reifenverhalten spielt für ihn eine Rolle: Michelins seien auf diesem Kurs „nicht einfach“, während sich die Pirellis besser für starkes Bremsen und das Anhalten managen ließen.

Razgatlioglu beschrieb außerdem, wie ein weicher Hinterreifen das Bike bei Time-Attacks aus dem Gleichgewicht brachte. „Mit Medium-Reifen ist es nicht so schlimm, aber mit dem Soft fühle ich immer noch, dass das Heck sehr viel schiebt, und ich fühle weniger Einlenken und weniger Bremsen/Stoppen“, sagte er. Er glaubt, dass Yamaha seit Mugello Fortschritte gemacht hat, wo die Schwächen des Bikes stärker zutage getreten waren. Dennoch betonte er, dass noch Arbeit nötig ist: „Jetzt ist es viel besser als in Mugello, aber morgen müssen wir uns verbessern, weil ich eine gute Rundenzeit in Q1 brauche, um Q2 zu erreichen.“

In FP1 gab es zudem einen Moment der Störung rund um Ai Ogura. Razgatlioglu fuhr Ogura von hinten an, nachdem er seinen Bremszeitpunkt falsch eingeschätzt hatte. Dadurch wurde Oguras Aprilia RS-GP beschädigt. Trotz dieses frühen Zwischenfalls erholte sich Razgatlioglu und zeigte weiterhin die stärkste Yamaha-Form des Tages.

Da das Wochenende nun vor allem auf die Qualifying-Performance ausgerichtet ist, unterstreichen Razgatlioglus Ergebnisse am Freitag, warum er glaubt, dass der Balaton Park ein Karriere-Highlight ermöglichen kann. Wie er selbst jedoch andeutete, bleiben Grip im ersten Sektor und das Reifen-Setup – besonders mit dem weichen Hinterreifen – die entscheidenden Feinheiten. Genau diese könnten darüber entscheiden, ob er wie Miller direkt in Q2 kommt oder erneut durch Q1 kämpfen muss.

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