MAVERICK VINIALES ENTKOMMT DEM MOTO-GP-„BLACKLIST“ UND KÖNNTE 2027 EIN ANGEBOT ERHALTEN
21 May·

Maverick Viñales steht vor seinem MotoGP-Comeback mit Tech3 KTM, während zugleich seine Zukunft über das Saisonende hinaus weiter unklar bleibt. Der Spanier hatte zu Beginn der Saison mit anhaltenden Beschwerden zu kämpfen, die schließlich zu einer Operation an der linken Schulter führten. Wie Motorsport.com berichtet, wurde dabei ein verschobener Schraubenteil aus der Schulter entfernt, der seine Leistungen beeinträchtigt hatte. Die Verletzungssaga begann dem Bericht zufolge bereits mit einem Sturz in der Qualifikation zum Großen Preis von Deutschland im vergangenen Juli. In der Folge musste Viñales mehrere Rennen auslassen – darunter Austin, Jerez und Le Mans – und damit verlängerte sich die Zeit außerhalb des Rennbetriebs.
Vor dem anstehenden Comeback, das Viñales mit Tech3 KTM beim spanischen Grand Prix anstrebt, beschreibt er seinen aktuellen Gesundheitszustand als deutlich besser. Er habe nach der Operation wieder Kraft und Muskelpower aufgebaut, allerdings sei noch nicht klar, wie lange es dauern werde, bis er wieder bei 100 Prozent angekommen ist. In den letzten drei Wochen habe er überwiegend im Red Bull APC Centre in Österreich gelebt, um die Genesung voranzutreiben und die nötige Stärke zurückzugewinnen.
Viñales betont, dass die Entscheidung, während der Saison ein zweites Mal operieren zu lassen, richtig gewesen sei. Laut seinen Aussagen sei das Entfernen der Schraube und das „Reinigen“ der Gelenke notwendig gewesen. Er habe die Zeit genutzt, um die Rehabilitation konsequent zu absolvieren. Auf die Frage, ob er seine Kraft wiedererlangt habe, antwortete er, er fühle sich „gut“ und habe „gute Power“. Gleichzeitig räumt er ein, dass es weiterhin Einschränkungen gibt: Ein Muskel wachse bzw. „verlängere“ sich noch, was mit dem Eingriff zusammenhänge und Zeit brauche. Auch bei der Belastbarkeit nennt er Differenzen im Vergleich zum Wintertraining: In Bezug auf Mobilität sei er inzwischen wieder sehr nah dran, bei der Kraft auf Brust und Rücken könne er jedoch noch nicht so viel Last aufbringen wie zuvor.
Für die Rückkehr in den Rennbetrieb hat Viñales zudem Testfahrten auf einem Supermoto-Bike absolviert. Dabei habe er laut Motorsport.com sofort den Unterschied gespürt: Früher habe ihn etwas beim Fahren limitiert und er habe sich „komisch“ gefühlt. Jetzt empfinde er sich als „normal“, was für ihn ein positives Zeichen sei.
Neben der sportlichen Rückkehr rückt auch die Frage nach seiner Rolle innerhalb des KTM-Programms in den Mittelpunkt. Motorsport.com ordnet die Situation in den Kontext der Vertrags- und Teamplanung ein: Vor Saisonbeginn habe KTM Viñales als möglichen Ersatz für den Ducati-wechselnden Pedro Acosta identifiziert. Der Plan sah vor, dass Viñales im Werksteam neben dem neu hinzukommenden Alex Marquez fahren könnte. Doch der schwierige Saisonstart und die Verletzungslage hätten diese Überlegungen verändert. Der Bericht verweist darauf, dass Fabio Di Giannantonio – aktuell bei VR46 – bereits Vereinbarungen getroffen habe, um den Sitz zu übernehmen, der ursprünglich für Viñales vorgesehen gewesen sei.
Damit bleibt für Viñales nach Darstellung von Motorsport.com als Option innerhalb der KTM-Familie vorerst nur Tech3. Der französische Satellitenstall könnte die Zusammenarbeit mit KTM demnach auch in die 850-ccm-Ära hinein verlängern. Viñales selbst stellt klar, dass er noch ein Jahr Vertrag habe und KTM das Recht zur Verlängerung besitze. Er müsse abwarten, ob er sich vollständig erholt – denn ohne Genesung könne er zwar „der beste Kerl der Welt“ sein, aber trotzdem keinen Sitz bekommen. Er beschreibt die Beziehung zu KTM als „wirklich gut“, insbesondere mit Aki Ajo, und betont, dass das Team anhand von Daten täglich sehe, was er leisten könne.
Gleichzeitig macht er deutlich, dass er nach seiner Verletzung nicht so tun könne, als sei alles perfekt: Wenn er noch nicht in der Lage sei, den Arm normal zu bewegen, werde KTM zwangsläufig nach Alternativen suchen müssen. Sein Ziel sei daher, sich zu erholen und dann wieder „100%“ zu fahren – und damit die Grundlage für eine sportlich überzeugende Rückkehr zu schaffen.
Parallel dazu liefert MotoGP News einen weiteren Hinweis auf die langfristige Perspektive: Viñales habe offenbar die sogenannte MotoGP-„Blacklist“ verlassen und könnte nun einen Vertrag für 2027 erhalten. Der Beitrag deutet damit an, dass sich die Wahrnehmung seiner Zukunft im Fahrerlager möglicherweise verändert hat, auch wenn die konkrete Ausgestaltung eines 2027-Angebots in den vorliegenden Informationen nicht im Detail ausgeführt wird.
In Summe treffen beim spanischen Grand Prix zwei Entwicklungen aufeinander: Viñales’ unmittelbare Rückkehr nach einer Schulter-OP und die damit verbundene Frage, ob er schnell genug wieder auf das Leistungsniveau kommt, das KTM für die weitere Planung benötigt. Gleichzeitig deuten die Berichte darauf hin, dass trotz der bisherigen Unsicherheiten sowohl kurzfristig (Tech3 als KTM-Option) als auch langfristig (mögliche Vertragsoptionen für 2027) neue Möglichkeiten entstehen könnten – abhängig davon, wie schnell und wie vollständig die Genesung im Rennalltag bestätigt wird.