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PRAMAC DRÄNGT YAMAHA: MEHR MOTORLEISTUNG „ASAP“ NACH SPRINT-PROBLEMEN IN KATALONIEN

17 May·

🇬🇧

Beim Catalunya-Wochenende hat sich die Lage für Yamaha und mehrere Fahrer in den Sprint-Abschnitten als besonders schwierig erwiesen. In der Pramac-Garage machte Teamchef Gino Borsoi nach dem Sprint in Montmeló vor allem einen Mangel an Motorleistung aus. Borsoi erklärte, dass Jack Miller und Toprak Razgatlioglu im Rennen „gelitten“ hätten, weil die Yamaha V4 im Vergleich zu anderen Herstellern in entscheidenden Momenten nicht die gleiche Performance abrufe. Zwar habe man in der Qualifikation starke Rundenzeiten gezeigt und damit ein funktionierendes Gesamtpaket angedeutet, doch im Rennbetrieb fehlten laut Borsoi „Top Speed und Beschleunigung“. Das habe zur Folge, dass andere Fahrer auf den Geraden vorbeiziehen und das Yamaha-Team dadurch nicht mehr die gewünschten Linien und Einlenkpunkte fahren könne.

Borsoi betonte zugleich, dass das Problem nicht nur auf eine einzelne Baustelle zurückzuführen sei. Die Entwicklung laufe weiter, man müsse „geduldig“ arbeiten, aber man erwarte auch konkrete Verbesserungen. In diesem Zusammenhang forderte er Yamaha ausdrücklich dazu auf, „so schnell wie möglich“ etwas zu bringen, um die Motorleistung zu steigern. Positiv hob Borsoi hervor, dass sich Fahrwerk und Elektronik „in die richtige Richtung“ bewegen würden. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass die Yamaha-Seite zwar Fortschritte im Handling macht, die fehlende Geradeausstärke aber kurzfristig kompensiert werden muss, um im Rennen wieder defensiv agieren zu können.

Miller lieferte eine ähnliche Einschätzung. Er sagte, er habe sich über weite Strecken konkurrenzfähig gefühlt und Fortschritte am Motorrad wahrgenommen: Das Chassis sei einen Schritt nach vorn gegangen, das Vorderradgefühl habe sich verbessert, und auch die Traktion aus dem Hinterrad heraus wachse. Dennoch sei das Hauptproblem auf der Geraden geblieben. Miller beschrieb, dass er bei Überholversuchen jeweils „vorbereiten“ konnte, die Konkurrenz aber unmittelbar wieder zurückkam und ihn sofort erneut überholen konnte. Das sei für ihn frustrierend, weil er das Gefühl hatte, mehr Pace zu haben, als das Endergebnis widerspiegelt. Als konkretes Resultat: Miller startete im Sprint aus einer Position, die ihm erstmals in dieser Saison direkten Zugang zu Q2 verschafft hatte, und beendete den Sprint schließlich auf Rang 11 bzw. in der Sprint-Endabrechnung in der Gruppe der Fahrer, die die letzten Plätze vor dem Rest belegten.

Auch Quartararo thematisierte die Geradenproblematik. Der Yamaha-Pilot sagte, er habe sich im Sprint „ein bisschen dumm“ gefühlt, weil er auf der langen Strecke in Montmeló den Anschluss verloren habe. Quartararo war nach der Qualifikation Siebter gestartet, wurde im Verlauf des Sprints jedoch zurückgeschoben und kam am Ende auf Rang 13 ins Ziel. Laut Teamchef Massimo Meregalli hatte Quartararo zwar einen soliden Start und eine gute Qualifikation, konnte seine Position aber nicht verteidigen. Quartararo verwies zudem auf einen persönlichen Geschwindigkeitsbestwert: Auf der Geraden erreichte er im Sprint 351,7 km/h. Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass Top-Speed allein nicht das ganze Bild zeichnet. Slipstream, Traktion und Beschleunigung spielen ebenfalls eine Rolle. Als Vergleich nannte die Berichterstattung die schnellste Sprint-Geschwindigkeit von 360,0 km/h, die Pedro Acosta erzielte.

Während Yamaha vor allem die Motor- und Geradeausfrage in den Mittelpunkt stellte, gab es bei anderen Fahrern zusätzliche technische oder prozessuale Probleme. Maverick Viñales erklärte nach seinem Sprint-DNF in Catalunya den Auslöser: Bereits im Warm-up-Lap habe er Probleme mit der Hinterradbremse bekommen. Er berichtete, dass Öl austrete („oil was spilling out“), wodurch er die Bremse nicht mehr zuverlässig nutzen konnte und das Motorrad schließlich nicht mehr kontrollierbar genug war, um das Rennen fortzusetzen. Viñales hatte zuvor wegen einer Schulterverletzung seit dem US-Grand-Prix pausieren müssen und damit auch Jerez und Le Mans verpasst. Er war am Freitag zurückgekehrt, hatte sich aber nach dem Qualifying auf Rang 17 nicht lange im Sprint halten können. Trotz der technischen Schwierigkeiten betonte er, dass er sich körperlich grundsätzlich gut gefühlt habe und keine ungewöhnlichen Schulterbeschwerden wie zuvor vorgelegen hätten. Der beste Weg, wieder Stärke aufzubauen, sei für ihn mehr Zeit auf dem Motorrad.

Im gleichen Sprint-Kontext beendete Enea Bastianini das Rennen auf Rang 10. Er lieferte sich in den Schlussphasen ein Duell mit Ai Ogura, bevor er von Marco Bezzecchi in den letzten Runden noch überholt wurde. Bastianini erklärte, dass das Problem bereits in der Qualifikation begonnen habe: Er sei zwar in Q1 konkurrenzfähig gewesen, habe aber zwei aufeinanderfolgende Gelbphasen in Kurve fünf erwischt. Im Rennen habe er wieder Tempo gefunden und Boden gutgemacht, doch gegen Ende seien die Reifen stark beansprucht gewesen. Als Ogura ihn von innen bedrängt habe, sei Bastianini zwar in der Nähe geblieben, habe aber in Kurve sieben das Vorderrad verloren und sei erneut weit gegangen – ein Moment, der Bezzecchi die Rückkehr ermöglichte.

In Summe zeigt das Catalunya-Sprintbild ein Wochenende, in dem mehrere Faktoren zusammenkamen: Für Yamaha und insbesondere Pramac steht die fehlende Motorleistung als Hauptgrund im Vordergrund, weil sie die Verteidigung auf den Geraden erschwert. Quartararo und Miller ordnen die Probleme ebenfalls in dieses Muster ein, während gleichzeitig Fortschritte im Chassis und bei der Elektronik als Grundlage für die weitere Entwicklung genannt werden. Parallel dazu verdeutlichen die Berichte über Viñales’ DNF und die Reifen-/Qualifikationsdetails bei Bastianini, dass auch technische Defekte und Reifenmanagement entscheidende Rollen für die Ergebnisse am Samstag spielten.

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