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JOHANN ZARCO ERZÄHLT VON SEINEM SCHRECKLICHEN BARCELONA-STURZ: „ABSOLUT TERRIFIZIEREND“

19 May·

🇬🇧

Johann Zarco hat erstmals ausführlich über den schweren Sturz beim Restart des Großen Preises von Katalonien in Barcelona gesprochen. Der LCR-Honda-Pilot war nach dem ersten Rennabschnitt von Startplatz fünf aus in Position geblieben, doch beim zweiten Start kam es an der ersten Kurve zu einem folgenschweren Zwischenfall. Zarco erklärte, er sei von Luca Marini „eingesogen“ worden und habe nicht rechtzeitig genug abbremsen können, um Marini auszuweichen.

In der Folge geriet Zarco in eine ungewöhnliche Kettenreaktion: Er wurde mit dem außer Kontrolle geratenen Ducati-Motorrad von Francesco Bagnaia erfasst und stürzte gemeinsam mit dessen Maschine. Dabei beschreibt der Franzose, dass sein linkes Bein zwischen Hinterrad bzw. Rad, Sitz und Auspuff eingeklemmt wurde. Der Sturz endete nicht sofort im Kies, sondern führte dazu, dass Zarco durch die unkontrollierte Ducati in den Gravel Trap katapultiert wurde. Dort blieb er zunächst an seinem linken Fuß „hängen“, der weiterhin in der Lücke feststeckte, in der er sich beim Sturz verklemmt hatte.

Als die Ducati schließlich zum Stillstand kam, lag Zarco auf dem Rücken und das Bein war weiterhin eingeklemmt. Er erhielt laut seiner Schilderung sofort Hilfe von Bagnaia und Marini, die die Situation als ernst erkannten. Zusätzlich seien die Streckenposten rasch in den Auslaufbereich gekommen. Zarco blieb zwar bei Bewusstsein, schilderte aber extreme Schmerzen: Er habe im Kies gelegen, geschrien und gespürt, wie das Bein zu „brennen“ begann. Gleichzeitig hätten sich die Helfer zunächst gescheut, ihn zu bewegen, um Verletzungen nicht zu verschlimmern.

Erst als er selbst an seinem Bein zog, sei es möglich geworden, ihn zu befreien. Die Helfer immobilisierten ihn, schnitten seine Lederkombi auf und gaben ihm eine Infusion, um die Schmerzen zu lindern. Zarco betonte, dass er so etwas in seiner Karriere noch nie erlebt habe und dass es „absolut furchterregend“ gewesen sei.

Innerhalb von etwas mehr als zehn Minuten wurde Zarco per Ambulanz zunächst ins Medical Center der Strecke und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Später am Abend machte er die medizinischen Befunde öffentlich: Es handele sich um einen „kleinen Bruch“ des Wadenbeins (Fibula) nahe am linken Knöchel, also dem Bereich, der eingeklemmt gewesen war. Darüber hinaus seien vor allem Schäden an den vorderen und hinteren Kreuzbändern sowie am medialen Meniskus des linken Knies diagnostiziert worden.

Zarco ordnet den Unfall auch selbst ein und äußert dabei Selbstkritik. Nach dem spektakulären Sturz gab es in der Öffentlichkeit und unter Beobachtern Diskussionen, ob das Startgitter zu weit von der ersten Kurve entfernt sei und die Fahrer dadurch zu viel Geschwindigkeit aufbauen könnten, bevor das Feld in die Rechtskurve einbiegt. Auch die Frage nach der „Rücksichtslosigkeit“ einzelner Fahrer wurde laut dem Bericht gestellt.

Zarco selbst sieht den entscheidenden Punkt jedoch in seiner eigenen Entscheidung, den zweiten Start überhaupt anzutreten. Er erklärte, dass er bereits vor dem Restart durch Trümmer im großen Crash, der Alex Marquez und Pedro Acosta betraf, am linken Fuß getroffen worden sei. Der Fuß habe „wie verrückt“ wehgetan; er habe die kurze Unterbrechung von rund einer halben Stunde genutzt, um eine sich entwickelnde Prellung mit Eis zu behandeln. Er habe berichtet, dass sein Fuß bereits „lila“ gewesen sei. Die Kühlung habe die Schmerzen zwar etwas gelindert, doch das Video vom Sturz von Alex Marquez habe ihm den Kopf wieder „aus dem Takt“ gebracht. Dadurch sei er beim erneuten Aufstellen auf dem Grid nicht mehr „richtig verbunden“ gewesen.

Am Ende sagte Zarco: Er sei „kicking himself“ dafür, den zweiten Start genommen zu haben. Nach einem Krankenhausaufenthalt in Barcelona sei er am Montag zurück nach Frankreich gereist. Dort soll er in Lyon von Dr. Bertrand Sonnery-Cottet, einem Kniespezialisten, behandelt werden. Noch vor einer Operation in dieser Woche soll die weitere medizinische Planung erfolgen. Für Zarco beginnt damit nach Angaben des Berichts erstmals in seiner langen Karriere eine längere Reha-Phase, deren Dauer erst nach der Operation feststehen werde.

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